DFB klärt auf: Abseitslinie bei Demirovic-Tor nicht falsch gezogen

Der Ärger war groß beim VfB nach dem 3:3 in Heidenheim und zwei aberkannten Demirovic-Treffern. Doch war er auch berechtigt? Eine Analyse.

Traoré nur vermeintlich übersehen

Nur einen Punkt, dafür jede Menge Frust brachte der VfB Stuttgart am Sonntagabend von seinem Auswärtsspiel in Heidenheim zurück. Die Antwort auf die Frage, ob sich Sebastian Hoeneß & Co. nach dem turbulenten 3:3 zu Recht aufregten, lässt sich weder mit einem klaren Ja noch einem klaren Nein formulieren, sondern liegt, wie so häufig, im Graubereich.

Natürlich ist es erst einmal verständlich, dass sich Sebastian Hoeneß beispielsweise über den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:1 für den 1. FC Heidenheim aufregt. Weil unmittelbar zuvor Ermedin Demirovic auf der Gegenseite die Führung für den VfB Stuttgart erzielt hatte.

Kurioser Ablauf mit maximalem Frustpotenzial

Denn der kuriose Ablauf dieses Szenarios – also binnen weniger Augenblicke von 1:1 auf 2:1 und plötzlich auf 1:2 – hält maximales Frustrationspotenzial parat. „Das wird im Mittelfeld wahrscheinlich nicht gepfiffen“, schilderte der VfB-Trainer die Szene, in der Maximilian Mittelstädt im Zweikampf Eren Dinkci am Knöchel trifft und Sekundenbruchteile später den Ball. Hoeneß hatte es als Block des Linksverteidigers wahrgenommen: „In Realtime siehst du ein Aufeinanderlaufen, in Super-Slow-Mo siehst du einen minimalen Kontakt.“

Falsch aber ist die Entscheidung sicher nicht, auch wenn man am Ende des Tages immer über den Begriff der klaren Fehlentscheidung diskutieren kann.

„Hätte mir gewünscht, dass er es sich anschaut“

Die Gäste ärgerte in dem Zusammenhang ein vermeintliches Foul von Heidenheims Stefan Schimmer an Ramon Hendriks vor dem 3:2 der Platzherren durch Sirlord Conteh. „Ramon müsste es besser lösen, er hat den Ball ein bisschen zu lange“, nimmt Hoeneß auch seinen Innenverteidiger in die Pflicht. Ihm zu unterstellen, Fehler abwälzen zu wollen, wäre in dem Zusammenhang also auch falsch.

Doch der 43-Jährige bemängelt eben auch hier das Verhalten von Schiri Sascha Stegemann und dessen Team: „Ich hätte mir gewünscht, dass er es direkt abpfeift. Und dann hätte ich mir gewünscht, dass er es sich zumindest anschaut. Ob er es dann wegnimmt? Wahrscheinlich eher nicht, da es keine glasklare Fehlentscheidung ist.“

Überprüft im Video-Assistent-Center wurde die Szene selbstredend, aber eben nicht von Stegemann höchstselbst in der Review-Area. Auch hier sind die Emotionen des DFB-Pokalsiegers von 2025 angesichts der Umstände rund um das 1:2 nachvollziehbar. An dem Treffer geändert aber hätte der Gang sehr wahrscheinlich auch nichts mehr.

Krecidlos Bild erweckt Zweifel am Abseits

Und dann war da noch das wegen Abseits aberkannte Kopfballtor Ermedin Demirovics, den es an diesem Abend – und das nach seinem Abseitstor gegen Celtic am Donnerstag – doppelt traf und der entsprechend frustriert war. VfB-Co-Trainer David Krecidlo hatte in den Katakomben am Smartphone ein Standbild parat, das Zweifel an der Abseitsstellung des 27-Jährigen säte.

Weil es den Eindruck erweckte, dass Omar Traoré als vorletzter Heidenheimer näher an der Grundlinie gestanden hätte, während die Abseitslinie an Schimmer angelegt worden war. In der Tat eine extrem enge Kiste, weil die Perspektiven und Kameraeinstellungen nicht selten verzerrend wirken.

„Wir dachten, dass es ein anderer Spieler ist, der tiefer ist. Ich will gar nicht mehr so sehr in die Tiefe gehen, es war sehr knapp. Aber es ist schwierig zu akzeptieren“, kommentierte Hoeneß im Nachgang die Szene. Mittlerweile liegt dem kicker ein Foto der sogenannten Reverse-Kamera vor.

Von der DFB Schiri GmbH heißt es auf Anfrage dazu: „Die SAOT (engl. Kürzel für die halbautomatische Abseitstechnologie, d. Red.) hatte die Abseitsstellung korrekt gemeldet, der VAR hat das Ergebnis dann (wie immer in solchen Fällen) noch einmal auf seine Plausibilität überprüft. Dazu hat er sich auch die Perspektive der sogenannten Reverse-Kamera angeschaut. Diese macht deutlich, dass Traoré nicht ‚übersehen‘ wurde. Das Bild zeigt, dass er der Torlinie nicht näher war als der vorletzte Heidenheimer Abwehrspieler.“

Viel Rauch um nichts, aber verständliche Emotionen

Im Endeffekt viel Rauch um nichts also, zumal man Stegemann und Co. vielleicht mit Ausnahme einer fehlenden Gelben Karte für Benedikt Gimbers Einsteigen gegen Demirovic (47.) wenig vorwerfen kann. Und doch sind die Stuttgarter Emotionen ob des kuriosen Hin und Her vor dem 1:2 und der Dramatik der Schlussphase zumindest verständlich.

 

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