Ein Joker-Tor und neuer Schwung – Franck Honorat setzte beim 2:0 von Borussia Mönchengladbach gegen St. Pauli ein Ausrufezeichen. Wie plant der Trainer fürs Köln-Spiel mit dem Tempomacher?
Franzose mit dem ersten Saisontor und aufsteigender Form
Eugen Polanski wird durchgeatmet haben, dass sein Plan aufgegangen war. Einen Spieler mit der Qualität eines Franck Honorat auf die Bank setzen, selbst wenn der Franzose in den vergangenen Wochen ein gutes Stück unter seinem Top-Level agierte, das macht man eben nicht einfach so. Im Nachgang des 2:0-Erfolgs gegen den FC St. Pauli erklärte Polanski, dass ihm die Entscheidung auch nicht leichtgefallen war. „Als junger Trainer kämpft man ein bisschen, einen so herausragenden Spieler draußen zu lassen. Du hast Ideen und dann trifft es Franck Honorat, der immer spielen muss und wahrscheinlich immer spielen wird“, sagte Polanski.
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Am Ende war es die richtige Entscheidung, den Franzosen von der Bank zu bringen. In der Jokerrolle erzielte Honorat gegen die Kiezkicker mehr Wirkung als in allen anderen Spielen in den vergangenen Wochen. Nach dem 4:0-Start im Januar gegen den FC Augsburg mit einem Assist kam vom Offensivmann fast nichts mehr Produktives: Nur eine direkte Torvorlage gelang ihm in den weiteren neun Einsätzen im Jahr 2025, beim 1:1 in Bremen.
Bis St. Pauli ohne ein Saisontor
Am Freitag gegen St. Pauli dann drehte er auf. Nach dem Tor zum vorentscheidenden 2:0, zugleich sein erster Saisontreffer, verbuchte er noch einen Pfostentreffer. Honorat wirkte dynamisch, entschlossen und bewies Torgefährlichkeit. Er zeigte ein ganz anderes Gesicht als in den Wochen zuvor.
In seinen Überlegungsprozess hatte Polanski den Tempomacher mit einbezogen. „Er hat zuletzt ein paar Entscheidungen getroffen, die nicht perfekt waren – ohne dass es schlecht war. Das habe ich mit ihm diskutiert und ihn nach seiner Meinung gefragt und vorsichtig vorgefühlt. Er hat sich professionell verhalten und gesagt: ‚Egal, wie du dich entscheidest, du triffst die richtige Entscheidung'“, berichtete der 40-Jährige. St. Pauli geschlagen, ein Tor von Honorat – alles richtig gemacht.
Womit die Frage im Raum steht, wie der Polanski-Plan mit Honorat für das anstehende Derby beim 1. FC Köln vorgesehen ist. Wird’s wieder die Jokerrolle oder kehrt Honorat in die Startelf zurück? Der 29-Jährige hat gegen St. Pauli Argumente geliefert, dass er bereit ist für die Anfangsformation.
