Der Freiburg-Mix: Knallende Korken, ungestillte Gier

Mit dem 1:0 in Mainz bleibt Freiburg in der Liga Frankfurt auf den Fersen. Statt Abnutzungserscheinungen resultiert aus der Dreifachbelastung ein Flow.

Sport-Club begießt die 40 Punkte, wähnt sich aber längst nicht am Ziel

Dass beim SC Freiburg nach einem Sieg in Mainz die Korken knallen würden, war schon seit dem vorangegangenen Wochenende und dem 2:3 gegen die Bayern ausgemachte Sache. Der besondere Anlass: Mit dem Dreier bei den Rheinhessen hat der Sport-Club einmal mehr jene ominösen 40 Punkte eingefahren, die seit jeher als Synonym gelten für den Klassenerhalt.

Die Tradition, aufs Erreichen dieser Marke mit einem Gläschen Sekt anzustoßen, hat sich ein interner Zirkel um Sportdirektor Klemens Hartenbach (61) bewahrt – in Erinnerung an jene harten Zeiten, aus denen sich die Breisgauer in eine glänzende Gegenwart vorgearbeitet haben.

Ob auch Julian Schuster zu denen gehörte, die sich ein Schlückchen gönnten, ist nicht überliefert. Den Segen des Cheftrainers hat das liebgewonnene Ritual indes allemal: „Was die 40 Punkte bedeuten, ist auch mir nach wie vor präsent. Es ist doch schön, wenn Traditionen hochgehalten werden“, erklärte der Fußballlehrer nach Abpfiff in der MEWA-Arena.

Nicht zu vergessen, in welchen sportlichen Regionen man sich vor nicht allzu langer Zeit noch bewegt hat, ist und bleibt Teil des Erfolgsrezepts jenes Klubs, der aktuell als einziger Bundesligist neben dem großen FC Bayern noch auf drei Hochzeiten tanzt. Und dabei noch in sämtlichen Wettbewerben die realistische Chance besitzt, sich auch 2026/27 fürs internationale Geschäft zu qualifizieren.

„Wir wollen Eintracht Frankfurt in der Liga noch abfangen.“ (Igor Matanovic)

Dass Bodenständigkeit und maximale Ambitionen nicht in Widerspruch zueinander stehen müssen, belegen die Protagonisten eindrucksvoll. Der Auftritt in Mainz und die anschließende Einordnung zwischen den beiden Europa-League-Viertelfinals gegen Celta Vigo steht dafür beispielhaft. Mittelstürmer Igor Matanovic (23) etwa, bereits vergangenen Donnerstag im Hinspiel gegen die Spanier (3:0) über die volle Distanz auf dem Feld, ackerte auch am Sonntagabend die kompletten 98 Minuten lang. Noch tief in der Nachspielzeit beeindruckte der kroatische Nationalspieler mit kraftraubenden Sprints in der Rückwärtsbewegung, um den knappen Vorsprung mit allen Mitteln ins Ziel zu retten – ganz im Stile seines erklärten Vorbild Mario Mandzukic, 2013 Champions-League-Sieger mit den Bayern.

Von Gedanken an Schonung fürs Rückspiel bei Celta Vigo am kommenden Donnerstag also keine Spur. „Es war sehr intensiv heute“, bestätigte Matanovic in Mainz, „die Sprints am Ende haben nochmal richtig weh getan. Aber dieser Sieg war sehr wichtig. Es geht nicht nur um die Europa League – wir wollen in allen Wettbewerben größtmöglichen Erfolg. Natürlich auch in der Bundesliga, wir wollen da Eintracht Frankfurt noch abfangen.“ In diesem Rennen um Platz 7, der immerhin die Conference-League-Quali bedeuten dürfte, spricht der Zwei-Punkte-Vorsprung aktuell für Matanovics Ex-Klub. Doch das sportliche Momentum eher für Freiburg.

Bei Manzambi wächst die Hoffnung: Am Donnerstag doch dabei?

Der mentale „Flow“, den auch Schuster diagnostiziert, überwiegt derzeit etwaige körperliche Verschleißerscheinungen durch die Belastung der englischen Wochen. Wohl nicht zuletzt weil der Kader reichlich Optionen zur Rotation ohne übermäßiges Leistungsgefälle bietet. Auf gleich sechs Positionen hatte der SC-Coach seine Startelf im Vergleich zum vergangenen Donnerstag verändert. Nur einer der Vorteile gegenüber den 05ern, die nach ihrem 2:0 gegen Straßburg in der Conference League lediglich zweimal wechselten.

Unbedingt gerne festhalten würde Schuster in Spanien unterdessen an der Besetzung seiner Doppelsechs mit Maxi Eggestein und Johan Manzambi. Mit Blick auf den Schweizer Nationalspieler sah das unmittelbar nach Abpfiff indes schlecht aus: Nach einem Tritt des Mainzers Anthony Caci in der Nachspielzeit konnte Manzambi mit bandagiertem rechten Knie nur noch vom Rasen humpeln, intensiv gestützt von zwei Betreuern.

Am späten Abend verbreitete Schuster jedoch Hoffnung: „Es war ein Schlag, das ist schon mal besser als wenn er sich das Knie verdreht hätte. Im Moment scheint es möglich, dass Johan am Donnerstag dabei ist. Das ist der Plan.“ Genaueren Aufschluss werden aber frühestens die Untersuchungen im Laufe des Montags geben.

 

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