Um die aktuelle Negativ-Serie zu durchbrechen, greift Gladbach-Trainer Eugen Polanski in der Trainingswoche vor dem Duell mit Union Berlin auch mal zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Und erhofft sich dadurch einen Effekt vor allem für die Offensive.
Sieben Spiele ohne Sieg
Sieben Spiele dauert die düstere Serie von Borussia Mönchengladbach nun schon an: sieben Spiele ohne Sieg, aus denen die Fohlen magere drei Pünktchen und vier geschossene Tore mitnehmen. Entsprechend schrillten nach dem 1:2 in Freiburg am Samstag die Alarmglocken, nur noch zwei Punkte trennen Gladbach vom Relegationsrang. Höchste Zeit für Eugen Polanski, ein paar Dinge „aufzubrechen“.
Also nahm sich der Cheftrainer der Borussia für diese Trainingswoche vor, eine Analyse mit „knallharten Worten“ vorzunehmen und die Mannschaft aus einem gewissen Trott zu holen. Am Donnerstag beorderte er also seine Profis für Teile des Trainings in den Borussia-Park anstatt auf das eigentliche Trainingsgelände.
Polanskis Stadion-Kniff: „Das ist eine Kopfsache“
Was sich Polanski davon erhofft? „Einfach mal eine andere Atmosphäre.“ Und dass sich sein Team auf das Tor, „das wir am besten auch am Samstag bespielen“, schon mal ordentlich warm schießt, erklärt Polanski auf der Spieltagspressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Union Berlin (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker). „Ihr dürft sicher sein, dass ich der Mannschaft nicht sage, sie darf keine Tore schießen“, scherzt der Trainer in Anbetracht der mageren Offensiv-Ausbeute zuletzt.
Mit dem veränderten Trainingsort will Polanski auch in die Köpfe seiner Spieler kommen. „Erstmal fragen sie sich, was der Trainer vorhat. Das haben wir so bislang noch nie gemacht“, so der 39-Jährige, andere Trainer hätten diesen Kniff aber schon öfters genutzt. Seine Spieler würden nun in eine Situation kommen, „in der sie etwas verändern müssen. Das ist erstmal eine Kopfsache.“
Polanski kündigt harte Entscheidungen an
Personell kann Polanski gegen Union wieder auf Kapitän Rocco Reitz nach dessen abgesessener Gelbsperre setzen. Die zuletzt verletzt fehlenden Giovanni Reyna (muskuläre Probleme), Robin Hack (Knieprobleme) und Alejo Sarco (Kapselriss im Fußgelenk) meldeten sich ebenfalls im Training zurück. Letzterer könnte auch schon gegen Union wieder zum Kader gehören, bei Reyna und Hack deutete Polanski an, es sei noch Geduld gefragt.
„Dadurch, dass der Kader im Training größer wird, müssen wir schauen, welche Spieler wir am Samstag mitnehmen. Es werden harte Entscheidungen zu treffen sein“, kündigte der Coach an. Seine Forderung an das Team ist klar: „Konsequent sein, in beiden Sechzehnern und gegen den Ball. Vor allem gegen ein so intensives Union Berlin, das uns am Samstag erwartet.“
„Wir sind gut genug für die Fußball-Bundesliga, aber wir müssen einiges dafür tun.“ (Sportchef Rouven Schröder)
Auch Rouven Schröder stellt klar, die Borussia müsse körperlich dagegenhalten und „von Anfang an zeigen, wer hier zu Hause ist. Wir sind gut genug für die Fußball-Bundesliga, aber wir müssen einiges dafür tun.“ Zum Beispiel klarer in den Aktionen werden, „nicht so schnörkelig“ spielen, die Fans mitnehmen.
Deren Sorge vor dem Abstieg können sowohl Polanksi als auch Schröder in Anbetracht der aktuellen Negativ-Serie natürlich nachvollziehen. „Sorge ist auch ein Lebenszeichen“, meint der Gladbacher Sportchef. „Wenn sich keiner mehr Sorgen macht, sind wir in einem ganz anderen Stadium.“
