Der VfL Wolfsburg steht unter Druck, viele Dinge müssen nun schnell funktionieren, damit der Klub nicht untergeht im Abstiegskampf. Helfen die Neuen? Kriegt Daniel Bauer die Kurve? Der Trainer wird deutlich.
Trainer schärft die Sinne im Abstiegskampf
Es war wieder einmal viel los beim VfL Wolfsburg in der abgelaufenen Transferperiode. „Mein erster Deadline Day“, sagt Trainer Daniel Bauer, „das war schon ein bisschen was anderes, das war nicht ohne.“ Jetzt aber soll der Kader stehen, Mattias Svanberg, der mit Galatasaray Istanbul verhandelt hatte, ist zurück auf dem Trainingsplatz.
„Er hat keine einfache Phase, aber ich schätze ihn sehr, er ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft“, betont der Trainer, der auch mit dem Verbleib von Denis Vavro rechnet. Der Slowake wird von Olympiakos Piräus umworben, Bauer aber sagt: „Gerade in der Innenverteidigung sind wir nicht in der Situation, in der wir noch einen Spieler abgeben können.“
„Jedem ist die Lage bewusst. Wir müssen alles dafür tun, dass wir auch im nächsten Jahr in der 1. Liga spielen.“ (VfL-Trainer Daniel Bauer schärft die Sinne im Abstiegskampf)
Wolfsburg rüstet sich für einen langen und harten Abstiegskampf. Alle Kräfte werden benötigt, dem Trainer scheint es wichtig zu sein, die Sinne nachhaltig zu schärfen, den Ernst der Lage zu betonen. Es ist nur noch ein Punkt bis zum Relegationsrang, der Druck vor den Spielen gegen Dortmund und in Leipzig ist immens. Auf Bauer, auf die Mannschaft, auf den gesamten Klub, dem im negativen Fall schon bald wieder eine Zerreißprobe droht. „Jedem“, unterstreicht Bauer, „ist die Lage bewusst. Wir müssen alles dafür tun, dass wir auch im nächsten Jahr in der 1. Liga spielen.“ Auch mit Blick auf die Fans sagt der 43-Jährige: „Wir brauchen jeden Mann. Wir dürfen nicht warten bis vier Spieltage vor Schluss.“
Der zuletzt suspendierte Amoura „hat am obersten Limit trainiert“
Borussia Dortmund will der Trainer einen „großen Fight“ liefern, nach der Suspendierung gegen Köln (0:1) diesmal wieder mit seinem Topscorer. Mohammed Amoura ist zurück im Kader und sehr sicher auch in der Startelf. Der Algerier, der in der Vorwoche eigenmächtig das Training beendet hatte, nachdem er sich in der B-Elf wähnte, hat offenbar die Lektion gelernt.
„Die Reaktion war sehr gut, Mo hat seine beste Trainingswoche hingelegt, seitdem ich hier Cheftrainer bin“, berichtet Bauer. „Er hat am obersten Limit trainiert. Wir haben uns kurz in den Arm genommen am Montag, uns in die Augen geschaut. Da habe ich gesehen, dass das Feuer da ist und der Junge Bock hat, das Ding herumzureißen.“
Wimmer wird fehlen, Vinicius Souza und Sael Kumbedi wackeln
Amoura ist zurück, auf Patrick Wimmer hingegen wird der Trainer gegen den BVB aller Voraussicht nach verzichten müssen. Der Österreicher zog sich in Köln eine Muskelverletzung zu. Die, so Bauer, sei zwar nicht so dramatisch – VfL-intern setzen sie auf das gute Heilfleisch des Offensivmannes – ein Einsatz am Samstag wäre aber wohl ein zu großes Risiko. Fraglich sind zudem die Einsätze von Vinicius Souza und Sael Kumbedi, die einen grippalen Infekt hatten.
Und wer spielt von den Winterzugängen? Von Kento Shiogai schwärmen viele, der Japaner, bislang nur Joker, drängt auf der Zehn in die Startelf. In der Defensive kamen mit Jonas Adjetey und Jeanuel Belocian zwei Neue auf den letzten Drücker. „Zwei total spannende Jungs, die uns hoffentlich kurzfristig schon sehr schnell helfen können.“ Wie kurzfristig ist für Bauer kurzfristig? „Am nächsten Spieltag. Jeanuel ist topfit und eine Leihe, da wird es keinen Sinn ergeben, wenn wir sagen, er braucht acht Wochen, bis er sich akklimatisiert hat.“ Tendenz: Belocian beginnt, bei Adjetey grübelt Bauer noch, ob er den Ghanaer schon direkt gegen den BVB beginnen lässt.
Die Neuen müssen schnell funktionieren, die Spieler, die schon da waren, müssen sich deutlich steigern, damit der VfL Wolfsburg diese ohnehin schon verkorkste Saison nicht im Desaster beendet. Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph, der unter der Woche beim Team vorbeischaute, betont: „In Winter-Transferphasen braucht es starke Nerven und gute Profile, um sich zu verstärken.“ Seine Überzeugung: „Wir konnten wichtige Akzente setzen.“
Entscheidend sei es nun, „sportliche Konstanz zu zeigen. Mit Fokus und Leidenschaft. Und sich dann mit Punkten zu belohnen.“ Am besten schon gegen Dortmund – sonst droht die Stimmung dramatisch zu kippen.
