Jovan Milosevic zeigte in Bremen zuletzt aufsteigende Form, traf zweimal in Folge – an seiner Effizienz könnte der Serbe aber noch arbeiten, das weiß er selbst. Was er an den Bremer Fans hat, ebenso.
Serbe sagt, was er an sich verbessern möchte
Im Winter wurde Jovan Milosevic, der in der Hinrunde in seiner serbischen Heimat bei Partizan Belgrad restlos überzeugt hatte, vom VfB Stuttgart an den SV Werder ausgeliehen. Der 20-Jährige hat zwar inzwischen an der Weser Fuß gefasst, traf zuletzt zweimal in Folge und könnte im Abstiegskampf zum Unterschiedsspieler werden. Zunächst aber hatte er sich schwergetan.
„Ich wusste, dass ich um meinen Platz kämpfen muss. Natürlich hatte ich große Hoffnungen, weil ich in der Hinrunde in Serbien eine sehr gute Phase hatte. Mir war aber auch bewusst, dass ich Zeit brauchen würde“, sagte Milosevic im Interview mit Deichstube und gestand, dass er „anfangs Probleme hatte, damit umzugehen“ und ihn das auch wütend gemacht habe. Gespräche mit der Familie und der intensive Austausch mit dem Trainer habe ihm aber geholfen. „Ich musste einfach zu Beginn geduldig bleiben – aber das ist im Leben nicht immer einfach.“
Geduld und Vertrauen habe auch Daniel Thoiune von ihm verlangt, verriet der Serbe und lobte den Coach für dessen Umgang: „Wir hatten ein wirklich gutes Gespräch. Für mich war es wichtig, dass er sich die Zeit genommen hat, länger mit mir zu sprechen. Das hat mir das Gefühl gegeben, dass er mir vertraut. Danach wurde vieles für mich deutlich besser.“
Diese eine verflixte Chance
Gegen Heidenheim ebnete er mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 den Weg zu Werders erstem Dreier nach zuvor 13 sieglosen Spielen in Serie. Allerdings gab es da auch diese eine Chance in der 36. Minute, als er den Ball am zweiten Pfosten aus wenigen Metern am leeren Tor vorbeigrätschte und eine Mega-Chance verstreichen ließ.
„Mein Kopf war für einen Moment leer. Ich lag am Boden und habe mich gefragt, ob das wirklich möglich ist“, erinnerte sich der Angreifer und verriet, wie es die Bremer Fans geschafft haben, ihn gleich wieder aufzurichten. „Ich habe die Fans hinter dem Tor gehört, wie sie ‚Komm, Jovan – weiter geht’s!‘ gerufen haben. Da habe ich mir gedacht: Okay, ich bin wohl doch nicht der schlechteste Mensch der Welt gerade. Es war ein schönes Gefühl, zu wissen, dass die Fans hinter mir stehen. Auch in der Halbzeit hat mir jeder in der Kabine Mut zugesprochen. Der Moment war hart, aber zum Glück ist es am Ende gut ausgegangen.“
Aktuell läuft es für den Serben – und für Bremen? Wenn es nach Milosevic geht, war der Sieg gegen Heidenheim nur der Anfang. „Wir haben gerade erst damit begonnen, erfolgreich zu sein – das ist erst der Anfang unseres Weges“, gab er sich zuversichtlich und verriet zudem, was er an seinem eigenen Spiel noch verbessern möchte. Das seien viele Details, wie etwa, so „Chancen wie am Samstag nicht mehr zu vergeben. Außerdem will ich den Ball vorne besser behaupten und insgesamt noch stärker im Spiel eingebunden sein.“
