Auf frischem Grün und unter Flutlicht erwartet Union Berlin an diesem Samstag Borussia Dortmund. Für Trainer Steffen Baumgart ein starker Gegner, der oft zu negativ gesehen wird. Das trifft auch auf Oliver Burke zu.
Union-Trainer glaubt weiterhin an Burke
Nach fünf Bundesliga-Spielen ohne Niederlage und besonders nach dem jüngsten 1:1 beim starken VfB Stuttgart hatte Steffen Baumgart schon an höhere Mächte gedacht. „Wir arbeiten, wir machen, wir tun, die Jungs entwickeln sich. Die Stürmer, die nicht getroffen haben, treffen mit einem Mal“, hatte der Union-Coach im Anschluss an den Punkt in Schwaben gesagt – Scherz inklusive: „Um Gottes willen, wo soll das noch hinführen?“
Zunächst einmal ins schwere Heimspiel gegen Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker).
Baumgart verteidigt den BVB und Kovac
Schwer auch deshalb, weil Baumgart dem BVB viele Qualitäten zuspricht. Und zwar weit mehr, als laut ihm in der Öffentlichkeit anerkannt werden.
„Gegen Dortmund musst du keinen motivieren. Es ist ein Flutlichtspiel, der Gästeblock ist voll. Wir freuen uns auf die Aufgabe“, stieg der 54-Jährige am Donnerstagnachmittag auf der obligatorischen Pressekonferenz in seinen gedanklichen Vorausblick aufs Ligaspiel ein. Nur um schnell auf seinen Kernpunkt zu stoßen: „Was ich interessant finde, ist, was immer aus den Dortmunder Leistungen gemacht wird.“
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Baumgarts aktueller Aufhänger dabei? Das jetzige 0:2 in der Champions League der Dortmunder bei Tottenham Hotspur. „Wenn du so eine frühe Rote Karte kassierst wie jetzt bei Tottenham (Platzverweis in der 26. Minute gegen Daniel Svensson; Anm. d. Red.), im Anschluss vernünftig verteidigst und trotzdem den Weg nach vorn findest, dann halte ich das für ein ganz normales Spiel.“
Der Berliner Trainer legte sogar noch nach: „Wenn ich mal Dortmunds Leistung als gegnerischer Trainer bewerten darf, dann bewerte ich die Ergebnisse, die Leistungen, dann bewerte ich Platz 2, mit die beste Abwehr der Liga und einen absolut starken Sturm. Und ich muss mir immer anhören, wie schlecht sie sind oder was sie alles nicht können. Das find ich schon schwierig, wenn sich ein gegnerischer Kollege (in diesem Fall BVB-Coach Niko Kovac; Anm. d. Red.) für Siege verteidigen muss. Da sehen wir die Crux am Ganzen. Das ist eine Mannschaft, die sehr wenige Torchancen zulässt.“
Groß ums BVB-Konstrukt kümmern will sich Baumgart am Samstagabend (18.30 Uhr; LIVE! bei kicker) aber nicht: „Wir schauen auf uns. Grundsätzlich ist es schon auch so, dass wir eine gewisse Heimstärke haben. Dementsprechend werden wir auch diese Sache angehen.“
Baumgarts Meinung von Burke
Was es natürlich braucht aus Sicht der Eisernen, die zwei der jüngsten drei Bundesliga-Duelle mit Dortmund für sich entschieden haben? Natürlich neben einer stabilen Defensivleistung mindestens einen eigenen Treffer.
Ob dieser von Oliver Burke, der als Sommerneuzugang von Werder Bremen bei 17 Ligaspielen (zwölfmal von Beginn an) und mageren vier Törchen steht? Fraglich. Den Glauben an den schnellen Schotten hat sein Trainer Baumgart aber längst noch nicht aufgegeben. „Jetzt müssen wir mal gucken, dass das nicht in den falschen Hals kommt …“, startete dieser seinen längeren Kommentar zu Burke, um wie folgt auf den Punkt zu kommen: „Oli ist einer von den Spielern, die sich vielleicht manchmal selbst im Weg steht. Wenn ich sein Talent sehe und das, was er haben könnte, dann bin ich mir relativ sicher, dass er in zehn Jahren dasteht und sagt: ‚Vielleicht habe ich das ein oder andere verschenkt.‘ So würde ich es im Moment einschätzen.“
Fakt sei aus seiner Sicht aber dennoch, „dass er eine hohe Qualität hat und wir jeden Tag mit ihm arbeiten. Ich bin davon überzeugt, dass er noch das ein oder andere Tor für uns machen, den ein oder anderen Sprint gewinnen und auch Bälle verstolpern wird. Das ist einfach so. Ob er jetzt von Anfang an spielt oder reinkommt, hoffen wir, dass er wieder ein Faktor wird.“
So wie der neu verletgte Rasen im Stadion An der Alten Försterei ein Faktor wird? Baumgart dazu: „Ich habe hier schon vorher schönen Fußball gesehen. Umso besser der Rasen, umso besser für jede Mannschaft – das ist doch klar. Und bevor jetzt jemand eine Frage stellt zwecks Vorteil oder Nachteil … Es ist doch für jede Mannschaft schön, auf einem schönen Grün zu spielen. Wir freuen uns drauf, das ist das Einzige, was zählt.“
