Der abrupte Abschied von Aaron Anselmino schmerzt Borussia Dortmund. Warum der BVB trotzdem keine Nachverpflichtung plant – und welche Hintertür es bei Anselmino noch geben könnte.
Chelsea erwischt Dortmund kalt
Viel interpretieren muss man nicht, um zu sehen, dass es Aaron Anselmino schwerfällt, das Kapitel Borussia Dortmund schon wieder hinter sich lassen zu müssen. In einem Video, das der BVB am Montag verbreitete, wischt sich der 20-jährige Argentinier so manche Träne aus dem Gesicht, als er sich von jedem einzelnen Teamkollegen verabschiedet.
Obwohl dieses Szenario von Beginn an drohte, wurden die Verantwortlichen des BVB kalt erwischt, als der FC Chelsea am Sonntag im letzten Moment – und ohne entsprechende Vorzeichen – die vertragliche Option nutzte, die ursprünglich bis Sommer vereinbarte Leihe schon jetzt abzubrechen. Laut Sky wäre die Klausel nur erloschen, wenn Anselmino bis zum Jahreswechsel mindestens 1000 Pflichtspielminuten absolviert hätte. Dazu kam es allein schon wegen zweier Verletzungen nicht.
Der BVB sieht sich auch ohne Anselmino gut aufgestellt
Der Unmut in Dortmunder Fankreisen ist groß, allerdings hätte der BVB Anselmino ohne die Klausel im August nicht kurzfristig bekommen, nachdem sich Niklas Süle im Testspiel gegen Juventus Turin eine Muskelverletzung zugezogen hatte. Wie reagieren Sportdirektor Sebastian Kehl & Co. jetzt auf Anselminos abrupten Abschied?
Eine Nachverpflichtung ist unwahrscheinlich, allein schon, weil dem BVB durch Chelseas Last-Minute-Rückholaktion bis zum Deadline Day am Montag kaum Zeit dafür bliebe. Außerdem sehen die Macher den Kader auch ohne Anselmino gut aufgestellt. Für das Abwehrzentrum stehen Waldemar Anton, Nico Schlotterbeck, Ramy Bensebaini, Süle und Filippo Mane, der am Samstag bei Union Berlin prompt erstmals seit September ein paar Minuten sammelte, zur Verfügung, auch wenn Anselmino Trainer Niko Kovac in seinen zehn Pflichtspielen als robuster, präsenter Innenverteidiger überzeugte.
Verändert Rennes Anselminos Zukunft noch mal?
Deswegen kann man davon ausgehen, dass der BVB den Kontakt zu Anselmino nicht abreißen lassen wird. Der Rechtsfüßer war bereits im Sommer 2024 von den Boca Juniors verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2031 ausgestattet worden, absolvierte allerdings erst ein Pflichtspiel für die Blues, nachdem er sich diesen vor einem Jahr endgültig angeschlossen hatte. Zwar ist das Team von Trainer Liam Rosenior gerade im Abwehrzentrum dünn aufgestellt, inwieweit er aber tatsächlich jetzt zu mehr Einsätzen kommt, bleibt abzuwarten.
Zumal Chelsea auch noch um Innenverteidiger Jeremy Jacquet von Stade Rennes buhlt. Sollte der Ligue-1-Klub dem Werben doch noch bis Montag nachgeben, könnte sich für Anselmino noch mal eine neue Tür öffnen – oder gar eine alte. Und wenn nicht, darf der BVB im Sommer womöglich auf eine zweite Chance hoffen.
