Andrichs Worte lassen aufhorchen – und Hjulmand stimmt zu

Zu den Gründen für Bayers Niederlage bei der TSG Hoffenheim äußerte sich Robert Andrich mit offenen Worten. Eine Kritik am Trainer? Im Gegenteil. Denn Kasper Hjulmand stimmt mit dem Kapitän inhaltlich überein – und stellt für die Partie bei Olympiakos klare Forderungen ans Team.

Unterschiedliche Ideen auf dem Platz

Aus Piräus berichtet Stephan von Nocks

Die beiden Auftritte von Bayer 04 in diesem Jahr waren brutal ernüchternd. Nicht nur, weil es gegen den VfB Stuttgart (1:4) und bei der TSG Hoffenheim (0:1) zwei Niederlagen setzte, sondern auch, weil die Leistungen der Werkself weit vom eigenen Anspruch entfernt waren.

Dass Bayer in beiden Spielen enttäuschte, ist das eine. Wie Kapitän Robert Andrich das Geschehen auf dem Platz einordnete, wo keine klare einheitliche Idee zu erkennen war, lässt allerdings aufhorchen. So hatte der Nationalspieler im ZDF gesagt: „Natürlich gibt es Situationen, da müssen wir uns in der Mannschaft klar werden: Was wollen wir spielen – und wie wollen wir die Spiele angehen? Da bringt es nichts, wenn vier Leute das eine spielen und drei Leute das andere. Dann kannst du nichts gewinnen.“

Nicht alle Spieler verfolgten gegen die TSG dieselbe Idee

Die Aussagen bezogen sich offenbar darauf, dass Bayer bei der TSG Hoffenheim eigentlich das Pressing der Gastgeber auch mit langen Bällen überspielen wollte, aber einige Akteure es bevorzugten, sich spielerisch aus dem Druck zu lösen. Letztere Variante hatte beim 1:4 gegen Stuttgart eine Woche zuvor nicht gegriffen.

„Ganz ehrlich, ich bin einig mit Rob, und deswegen ist das kein Thema.“ (Kasper Hjulmand)

Andrichs Klartext war in jedem Fall als Weckruf zu verstehen. Unabhängig davon, worauf sich dies im Detail bezieht, ist diese Zustandsbeschreibung aus den Reihen der Mannschaft bemerkenswert. Die Frage ist nur: War dies eine akute Einschätzung nach dem isolierten Eindruck aus dem Hoffenheim-Spiel oder eine generelle? Letzteres wäre fatal.

Doch jeder Bayer-Fan, der befürchtet, dass ein auch nur ähnlicher Status wie kurz vor der Entlassung von Erik ten Hag nach dem 2. Spieltag erreicht wäre, darf beruhigt sein. Dies ist nach kicker-Informationen nicht der Fall.

Vielmehr war es eine offene Kritik von Andrich an einigen seiner Mitspieler, um der Sache willen. Und dabei weiß der Kapitän den Trainer an seiner Seite. So erklärte Kasper Hjulmand auf kicker-Nachfrage am Tag vor der Champions-League-Partie bei Olympiakos Piräus: „Wenn wir gegen Hoffenheims Eins-gegen-eins-Spiel auf zweite Bälle und viel mehr nach vorne spielen, dann ist es wichtig, die richtige Positionierung zu haben, um den nächsten Ball zu gewinnen. Und das haben wir nicht gemacht. Ganz ehrlich, ich bin einig mit Rob – und deswegen ist das kein Thema.“

„Unsere Struktur muss da sein – in jedem Spiel.“ (Kasper Hjulmand)

Hjulmand stimmt Andrich inhaltlich also komplett zu. Ist doch klar: Dass eine Spielidee nicht funktioniert, kann passieren. Dass sie nicht von allen umgesetzt wird, allerdings nicht. Weshalb Hjulmand nochmal die Reihenfolge von kollektiver Ordnung und individueller Interpretation auf dem Platz verdeutlichte. „Unsere Analyse war auch, dass wir unsere Strukturen brauchen. Zuerst geht es um die Struktur. Die Positionswechsel, die Flexibilität kommt aus der Struktur“, so der Trainer, der fordert: „Deswegen muss unsere Struktur da sein – in jedem Spiel.“

Dafür, dass dies umgesetzt wird, nimmt sich Hjulmand selbst in die Verantwortung. „Es ist meine Aufgabe, ganz klar zu machen: Was machen wir in den Spielen? Welche Struktur haben wir?“, betont er und erklärt: „Manchmal ist Flexibilität sehr gut. Es sieht gut aus, wenn es funktioniert, aber zu viel Flexibilität macht es schwieriger. Deswegen müssen wir ganz klar sagen: So spielen wir in dieser Struktur, und aus dieser können die Spieler sich Freiheiten nehmen. Aber die Struktur ist meine Aufgabe.“

Nach seinen klaren Worten muss Hjulmand eine konsequente Umsetzung sehen

Klare Worte, mit denen er seine Spieler jetzt erreichen und von diesen eine entsprechende Reaktion durch die konsequente Umsetzung auf dem Platz sehen muss. Schon am Dienstag in Piräus, wo Bayer keine Übermannschaft erwartet, aber ein Team, das seine taktische Marschroute konsequent verfolgt.

Dies müssen Grimaldo und Co. nun auch leisten, um nach zwei Niederlagen nacheinander wieder zu einem Erfolgserlebnis zu kommen und Diskussionen, um die wahre Stärke von Bayer 04 nicht in den Vordergrund rücken zu lassen. Und um keine Diskussionen um Hjulmand aufkommen zu lassen, der seinerseits jetzt die richtigen Stellschrauben drehen muss, um die bislang schwierigste Phase seiner Amtszeit erfolgreich zu meistern.

 

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