Heim-Comeback, Tor, Sieg: Mitchell Weisers Rückkehr auf den Platz im Weserstadion war ein voller Erfolg. Und es war ausgerechnet er, der den entscheidenden Schlusspunkt setzte.
Werder dreht 0:2-Rückstand
14 lange Monate hatte Mitchell Weiser nach seinem Kreuzbandriss und weiteren kleinen Verletzungen passen müssen, in der Saison 2025/26 stand er entsprechend kein einziges Mal auf dem Platz. Daher übermannten den 32-Jährigen bereits in Köln (1:1) die Emotionen, als er in Minute 83 eingewechselt worden war. Nach dem Spiel liefen Tränen der Erleichterung über sein Gesicht.
Dass Weiser nur eine Woche später diesem Comeback die Krone aufsetzen würde, hätte auch er wohl nicht gedacht – und das in seinem eigenen Wohnzimmer. Beim Sieg des SV Werder Bremen gegen den FC Augsburg (3:2) versetzte nämlich ausgerechnet er das Weserstadion in Ekstase, als er in der Nachspielzeit nach Vorlage von Marco Grüll per Traumtor den 0:2-Rückstand endgültig drehte.
„Schwer zu begreifen gerade“, konnte Weiser dieses in allen Punkten gelungene Heimspiel-Comeback am Mikrofon von DAZN nicht wirklich fassen: „Ich meine, man stellt sich sowas in einem Traumszenario vor und dann habe ich diese Chance direkt mit meinem ersten Kontakt.“ Auch sein Coach Daniel Thioune zeigte sich in den vereinsinternen Medien überglücklich: „Die Freude ist riesengroß, weil vieles von dem aufgegangen ist, was wir uns vorgenommen haben. Der Augenblick mit dem Tor von Mitch war dann ein Gänsehautmoment.“
Weiser glaubt noch an den Sieg
Beide Heimspiele gingen nun also an den SVW – sieben Punkte aus vier Spielen hätten den Grün-Weißen vor der Saison nicht viele zugetraut. Und das hatte gerade gegen Augsburg auch mit einer Energieleistung zu tun, lag man ab Minute 58 doch mit 0:2 zurück. Zu wenig Durchschlagskraft hatten die Bremer zuvor gezeigt und dann den Sturmlauf vermeintlich zu spät gestartet.
Weiser, der nach den Toren von Grüll (66. Minute) und Niclas Füllkrug (86. Minute) den Schlusspunkt setzte, hatte den Glauben an den Sieg nie verloren: „Ich habe mir positiv zugesprochen, ich habe mir gesagt, dass noch einer kommt. Und dann dachte ich: Okay, jetzt ist auch egal, wer es macht, aber ich glaube, wir werden noch gewinnen. Und als der Ball dann gekommen ist, war klar, dass ich ihn gut treffe.“
„Letztes Jahr hatten wir nicht so viele magische Momente, die hier eigentlich häufiger passieren.“ (Mitchell Weiser)
„Einen mehr als gelungenen Saisonstart“, sah so auch Coach Thioune nach dem Spiel bei Sky, zumindest, „wenn man das erste Spiel isoliert betrachtet“. Da setzte es nämlich eine 1:4-Klatsche in Freiburg, viele Kritiker von Werders Qualität fühlten sich bereits früh bestätigt.
Doch die haben womöglich nicht die Rechnung mit den Heimfans gemacht, die das Team in guten Zeiten auf ein anderes Level zu heben scheinen. „Ich glaube, letztes Jahr hatten wir nicht so viele magische Momente, die hier eigentlich häufiger passieren“, resümierte Weiser eine Saison, in der einzig fünf Heimspiele gewonnen wurden. „Heute war mal wieder so einer und ich bin unglaublich froh, dass ich dabei sein konnte.“
Länderspielpause, dann Dortmund
Nun stehen die Grün-Weißen erstmal auf Rang 6, können durch die noch folgenden Spiele am Sonntag höchstens noch auf Platz 8 abrutschen. Danach steht die dreiwöchige Länderspielpause an, in der man sich noch mal sammeln kann, um eine sorgenfreiere Saison als die vergangene zu spielen. Es folgt mit einem Auswärtsspiel in Dortmund ein harter Brocken. Fakt ist: Werder ist auf einem guten Weg. Es müssen aber weitere magische Momente folgen – am besten auch auswärts.
