RB Leipzig steht schon früh in der Saison unter Druck. Am Freitagabend veröffentlichte der Klub ein Statement von Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer – in dem der Trainer nur indirekt eine Rolle spielt.
„Jeder hat unser Vertrauen“
In der vergangenen Saison hatte RB Leipzig mit seinem neuen Trainer nach einem 0:6-Fehlstart beim FC Bayern einen beeindruckenden Lauf entwickelt und von den folgenden neun Pflichtspielen bei einem Remis acht gewonnen. Ein Jahr später droht das Gegenteil.
Ole Werners Nachfolger Martin Demichelis startete zwar mit einem 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach in die neue Bundesliga-Saison, steht nach dem 1:3 bei Werder Bremen und dem 1:4 bei Como 1907 in der Champions League jedoch bereits früh unter Druck. Die Unruhe wächst, weshalb sich der Sport-Geschäftsführer zu einer Stellungnahme auf der Vereinswebsite berufen fühlte.
„Wir haben natürlich wahrgenommen, was in den vergangenen Tagen rund um unseren Klub in den Medien und sozialen Netzwerken diskutiert wird“, erklärt Marcel Schäfer am Freitagabend. „Wir sind sehr ambitioniert und gleichzeitig kritisch mit uns selbst. Die beiden letzten Ergebnisse entsprechen nicht unserem Anspruch – das wissen wir und das reden wir auch nicht schön. Damit setzen wir uns intern sehr klar auseinander.“
Über Demichelis spricht Schäfer in seinem Statement nur indirekt. Man bleibe „ruhig, fokussiert“ und stehe „als Klub zusammen. Das gilt für alle Mitarbeiter, die Mannschaft und das gesamte Trainerteam. Jeder hat unsere Unterstützung und unser Vertrauen.“ Also auch der Argentinier, dessen Mannschaft am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Schlusslicht Hamburger SV dringend ein anderes Gesicht als am Donnerstag zeigen muss.
Schäfer: „Das ist die Realität“
Schäfer wirbt um Geduld: „Wir haben im Sommer viele Veränderungen vorgenommen, neue Spieler integriert und gleichzeitig immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen gehabt. Jetzt kommen wichtige Spieler zurück. Eine neu zusammengestellte Mannschaft braucht Zeit, um sich zu finden und Abläufe zu entwickeln. Das ist die Realität.“
Von der Qualität des Kaders und den „Möglichkeiten dieser Mannschaft“ sei man weiterhin überzeugt. „Wir stehen zusammen, übernehmen gemeinsam Verantwortung und gehen unseren Weg konsequent weiter“, versichert Schäfer. „Davon lassen wir uns auch durch die aktuellen Diskussionen nicht abbringen.“ Diese drohen bei weiteren schwachen Auftritten allerdings schnell noch lauter zu werden.
