Mit Ansage: Union Berlin hat ein neues Sorgenkind

Von Kompaktheit ist bei den Eisernen keine Spur mehr. Durch die Systemumstellung offenbaren sich hinten einige Lücken.

Defensiv zu anfällig geworden

Eigentlich können sie bei Union Berlin mit dem Start in die neue Saison zufrieden sein. Schließlich sind sie im Pokal eine Runde weitergekommen, haben das schwierige Los Eintracht Braunschweig (4:2) gemeistert. Zudem konnten die Eisernen beim Bundesliga-Auftakt nach einem 1:3-Rückstand gegen Eintracht Frankfurt (3:3) einen Zähler noch in der Hauptstadt behalten.

Berliner leisten sich zu viele individuelle Fehler

Mit Blick auf die dürftige Vorbereitung mit etlichen schwachen Leistungen in den Testspielen hätten die ersten zwei Pflichtpartien auch durchaus anders laufen können. Und dennoch hat sich bei den Köpenickern ein neues Sorgenkind entwickelt. Jahrelang standen die Berliner für eine kompakte Defensive, die nur wenig Chancen zugelassen und somit zumeist nur wenig Gegentore kassiert haben. Das war immer die Basis für ein Team, das sich mit dem Ball gehörig schwergetan hat, Lösungen zu finden.

Von der defensiven Stabilität ist aber unter Mauro Lustrinelli nichts mehr zu erkennen, was sich aber aufgrund der Systemumstellung auf ein 4-2-2-2 und der neuen, mutigeren sowie riskanteren Herangehensweise angekündigt hatte. „Klar ist: Union ist seit langer Zeit die Fünferkette gewohnt. Das ist ein Prozess, daran werden wir arbeiten, damit wir kompakter werden“, sagte der Schweizer nach dem 3:3 gegen Frankfurt. Gegen die Eintracht hatten zwei der drei Gegentore nichts mit der Formation oder der Taktik zu tun. Viel mehr haben die Hauptstädter in Person von Leopold Querfeld und Livan Burcu den Gegner zweimal zu einfachen Treffern eingeladen.

Große Lücken auf der Außenbahn

„Wir waren teilweise nicht online in der ersten Halbzeit, hatten nicht den Zugriff in den direkten Duellen“, monierte Lustrinelli, der nach dem Seitenwechsel aber eine gehörige Steigerung seiner Mannschaft begutachten durfte. Trotzdem entsteht der Eindruck, dass vor allem im Defensivverhalten – wenn der Gegner auf die hoch stehende Viererkette zulaufen und die Tiefe bedienen kann – einiges nachgeholt werden muss. Was auch daran liegt, dass mit Josip Juranovic auf der rechten Seite sowie Tom Rothe auf der linken Außenbahn zwei eher offensiv ausgerichtete Schienenspieler eingesetzt werden, die in der neuen Ausrichtung stets den Weg mit nach vorne machen müssen, weil die Flügel sonst nicht besetzt sind.

Aber wenn dann die Berliner den Ball im Vorwärtsgang mal verlieren und eben Juranovic sowie Rothe mitaufgerückt sind, kann der Kontrahent im Gegenzug viel zu leicht über die Seite vordringen. Und die Doppelsechs in Person von Aljoscha Kemlein und Rani Khedira kann nicht ausweichen, muss das Zentrum dicht halten, weil sonst in der Mitte eine zu große Lücke entsteht. Für das Problem hat Trainer Lustrinelli bis dato noch keine Lösung gefunden.

 

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