Nach einer starken Saison bahnt sich für Tim Lemperle eine anerkennende Belohnung an. Mit einem neuen Vertrag unterstreicht die TSG den gemeinsamen Weg – auf dem der Stürmer nun erst mal fehlen wird.
Kurioser Platzverweis des Hoffenheimers
Das war schon eine kuriose Szene. Wie üblich gegen anstoßende Gegner wollte Hoffenheims wirkungsvollster Anläufer auch die Gladbacher nach der Pause unmittelbar wieder unter Druck setzen, schließlich galt es, ein 0:2 aufzuholen. Also sprintete Tim Lemperle einmal mehr Richtung Ball, doch die Borussen waren vorbereitet. Gleich mehrere Gladbacher versuchten, den Balljäger aufzuhalten und sich in den Weg zu stellen, final gelang das schließlich Kevin Diks, der Lemperles Laufweg mit seinem Körper und einem taktischen Foul final blockierte. Gefrustet stieß ihn der Ausgebremste in einer Mischung aus Schadensbegrenzung und Frust zu Boden.
Schickers Besuch in der Schiedsrichterkabine
Doch Schiedsrichter Frank Willenborg sanktionierte nicht die Verursacher, sondern das Opfer und zeigte Lemperle Gelb. Die zweite in diesem Spiel, schon die erste Verwarnung war eine harte gewesen, nun schickte er mit dieser Fehlentscheidung Lemperle nach sechs Sekunden der zweiten Halbzeit vorzeitig vom Platz und gab der Partie eine vorentscheidende Richtung. „Wir sind nicht gut reingekommen in die Partie und haben zwei billige Tore kassiert, aber der Schlüssel war auch die Gelb-Rote Karte“, befand Hoffenheims Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker, „da brauchen wir nicht diskutieren, die war schon sehr hart aus meiner Sicht. Ich glaube, er weiß selber, dass er wahrscheinlich ein zweites Mal diese Gelb-Rote nicht geben wird.“
Dazu wird es auch nicht mehr kommen, denn Willenborg leitete die letzte Partie seiner Karriere. Auch deshalb bekam der Referee auch noch Besuch. „Ich war in der Kabine und habe ihm ein Trikot überreicht“, verriet Schicker und beließ es angesichts des Moments bei warmen Worten statt Kritik, „das Thema mache ich heute sicher nicht auf. Ich kann nur gratulieren zu einer großartigen Schiedsrichterkarriere. Vor allem ist mir immer wichtiger, dass es menschlich passt, und das war bei ihm in der Phase, in der ich jetzt in Deutschland bin, definitiv der Fall.“
Lemperle fehlt zum Saisonauftakt
Dennoch hat dieser Platzverweis auch noch Auswirkungen auf die kommende Saison, in der Lemperle nun im Auftaktspiel der TSG fehlen wird. Grundsätzlich soll der gemeinsame Weg noch lange weitergehen, wie bereits berichtet, steht auch Lemperle vor einer vorzeitigen Vertragsverlängerung, so waren die Hoffenheimer Kaderplaner zuletzt auch schon bei den ebenfalls erst im vergangenen Sommer dazugestoßenen Albian Hajdari und Leon Avdullahu vorgegangen.
Demnach wird der ablösefrei aus Köln gekommene Lemperle seinen ohnehin noch bis 2029 laufenden Vertrag zu verbesserten Bezügen um zwei weitere Jahre verlängern. Eine symbolträchtige Maßnahme, die einerseits das bisher Geleistete anerkennen, aber zugleich auch signalisieren soll, dass die TSG den eingeschlagenen Pfad konsequent weiterzugehen plant.
Hoffenheims Signale für die Zukunft
Trotz der knapp verpassten Champions League „gibt es da sehr, sehr viel, was positiv ist“, erklärte Schicker und verwies auf „die zweitbeste Saison der Vereinsgeschichte mit 61 Punkten und dass die TSG zum fünften Mal in Europa spielt“. Kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen. „Das Wichtigste ist ja auch, dass der Weg weitergeführt wird und dass jetzt nicht im Sommer irgendwie alles auseinanderbricht, wenn man die letzten Verlängerungen gesehen hat“, betont der Österreicher, der zuvor auch schon die auslaufenden Verträge der Leistungsträger Andrej Kramaric, Ozan Kabak oder Vladimir Coufal ausgedehnt hatte.
Also wird auch Lemperle in der kommenden Saison das Seine dazu beitragen, schließlich hat die TSG die Topplatzierung als das laufstärkste Team der Liga zu verteidigen. Mal sehen wie der Hoffenheimer Pressing-Initiator künftig durch die gegnerischen Blockaden kommt.
