St. Paulis Neuaufbau: Ohne Vasilj – aber mit Blessin?

Als der Abstieg amtlich war, hallte „You’ll never walk alone“ durch das Millerntor. Atmosphärisch verabschiedete sich der FC St. Pauli am Samstag erstklassig, sportlich war er auch beim 1:3 gegen den VfL Wolfsburg abermals nur zweitklassig.

Wahl lässt Zukunft offen, Irvine fordert Aufarbeitung

Ganze drei Pünktchen holte der Aufsteiger von 2024 aus den letzten zehn sieglosen Spielen und leistete sich zur Unzeit einen Energieverlust. Dieser wurde auch beim großen Finale sichtbar. Das Heidenheimer 0:2 spielte St. Pauli in die Karten, die Unterstützung und Energie von den Rängen aus war ebenfalls atemberaubend – doch St. Paulis Profis konnten daraus keinen Rückenwind mitnehmen, hatten nur kurze Phasen, in denen Hoffnung aufkam.

Vasiljs Vertrag läuft nach dem Abstieg aus

Zur tragischen Figur gegen die Niedersachsen avancierte ausgerechnet jener Mann, der frühzeitig einen klaren Rückstand verhindert hatte. Gleich serienweise entschärfte Nikola Vasilj hochkarätige Wolfsburger Chancen, dann stand er bei den ersten beiden Gegentreffern Pate. Zweimal antizipierte er kurz auf den ersten Pfosten gechippte Eckbälle von Christian Eriksen schlecht: Vor dem 0:1 kam er gegen Konstaninos Koulierakis nicht zum Ball, den zweiten Eckstoß des Dänen wischte er sich, hart bedrängt, selbst ins Tor.

Zwei Szenen, die sinnbildlich für die Berg- und Talfahrt des Bosniers waren. Zu Glanzparaden kamen in immer wieder schwere Fehlgriffe in einer Spielzeit, die seine letzte am Millerntor war. Nur im Fall des Klassenerhalts hätte Vasilj einen gültigen Vertrag gehabt. Nach dem Abpfiff erklärte er: „Das war mein letztes Spiel.“ Und: Er wird nicht der einzige Abgang sein. Seine Zukunft offen gelassen hat, trotz eines gültigen Vertrages, Abwehr-Chef Hauke Wahl, der ausgerechnet in Wolfsburg auf der Wunschliste steht. „Wir sind ganz frisch abgestiegen, das ist jetzt nicht der Zeitpunkt, über die Zukunft zu reden.“

Das wiederum tat Jackson Irvine. Der Kapitän erklärte unter Tränen: „Es müssten einige verrückte Dinge passieren, dass ich meinen Vertrag nicht verlängere.“ Gleichwohl fordert der Australier auch, dass einige Dinge zumindest auf den Prüfstand kommen: „Es sind auf allen Ebenen Fehler passiert, diese müssen aufgearbeitet werden. Wir haben zwei Jahre etwas aufgebaut, im dritten Jahr haben wir es eingerissen.“ Ein klares Signal, dass dieser Abstieg eben nicht nur eine Verkettung von unglücklichen Umständen ist.

Am Montag ist eine Pressekonferenz – mit Blessin

Die große Frage ist: Wer baut das Eingerissene wieder mit auf? Alexander Blessin wirkte auf der Pressekonferenz mitgenommen von den jüngsten Ereignissen und dem Abstieg. Er sagt: „Es hat extrem Energie gekostet und tut extrem weh.“ Auch für ihn stellt sich die Zukunftsfrage. In den letzten Tagen hatte sich eine Trennung, unabhängig vom Ausgang dieser Spielzeit, angekündigt, nach dem Abstieg sagt er, dass er sich nun mit Sportchef Andreas Bornemann besprechen wird: „Das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde, ist extrem wichtig. Wir haben uns ständig ausgetauscht. Es bedeutet mir viel, wie dieses Jahr abgelaufen ist.“

Aber, wie geht das nächste Jahr weiter? Vom Trainer gibt es weder ein klares Bekenntnis, noch eine klare Absage. „Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzen, darüber reden und Lösungen finden.“ Für die Bosse scheint er noch ein Teil der Lösung zu sein, während die Mannschaft seltsam energielos wirkt.

Für den Montag ist eine Presserunde am Millerntor geplant. Mit Präsident Oke Göttlich, Sportchef Bornemann – und Blessin. Der sagt: „St. Pauli ist ein grandioser Verein.“ Das könnte wie ein warmer Abschiedsgruß klingen. Noch ist dieser aber nicht ausformuliert, und Göttlich erklärt: „Wir gehen stabil in die 2. Liga. Es laufen nicht viele Verträge aus. Auch nicht der vom Trainer.“

 

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