Haris Tabakovic schoss Borussia Mönchengladbach mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg gegen Borussia Dortmund und damit zum Klassenerhalt. Die Zukunft des Stürmers liegt aber nicht am Niederrhein.
Gelungenes Leihgeschäft, Ende aber in Sicht
Als der VAR-Check beendet war und Schiedsrichter Florian Badstübner auf „Tor“ entschied, startete Haris Tabakovic seinen Jubellauf. Runter mit dem Trikot, rüber zu den Fans und mit nacktem Oberkörper vor der Kurve die Muskeln spielen lassen – das waren am Sonntag die Bilder des Tages aus Gladbacher Sicht. Mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg gegen den BVB bescherte Tabakovic den Fohlen den Klassenerhalt. Das Zittern ist vorbei.
„Es ist eine Erlösung. Es war eine schwierige Saison. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und hätten aufgrund unserer Chancen schon früher in Führung gehen können. Umso besser fühlt sich der Sieg an. So, wie wir das Spiel angegangen sind, war der Erfolg absolut verdient“, strahlte Tabakovic nach dem Schlusspfiff.
„Haris ist ein absoluter Mentalitätsspieler.“ (Trainer Eugen Polanski über Tabakovic)
Der Stürmer zählt zu den Spielertypen, die niemals aufstecken. Immer dranbleiben, es immer wieder versuchen, diese Haltung zeichnet ihn aus. „Haris ist ein absoluter Mentalitätsspieler“, lobte Trainer Eugen Polanski am Sonntagabend und freute sich für Tabakovic, dass der Torjäger seine Durststrecke zum richtigen Zeitpunkt beenden konnte. Acht Spiele lang war der Mittelstürmer ohne eigenen Treffer geblieben. Sein letztes Tor vor Dortmund hatte Tabakovic am 22. Februar bei Gladbachs 1:2-Auswärtsniederlage beim SC Freiburg bejubelt. Inzwischen ist er bei zwölf Saisontreffern angekommen.
Tabakovics Zukunft wurde in der ausgelassenen Feierstimmung nach dem befreienden 1:0-Sieg nicht thematisiert. Dass diese allerdings außerhalb des Borussia-Parks liegen wird, ist kein Geheimnis mehr. Die Zeichen stehen auf Abschied, wenngleich bisher nichts offiziell vermeldet wurde. „Die Zeit hier ist turbulent gewesen mit vielen Höhen und Tiefen. Am Ende ist es trotzdem sehr schön, und ich bin sehr dankbar, dass ich das hier heute erleben durfte“, sagte Tabakovic. Worte, die ebenfalls nach Abschied klangen.
Beide Seiten profitierten von dem Leihgeschäft
Fest steht, dass sich die einjährige Zusammenarbeit für beide Seiten ausgezahlt hat. Tabakovics Tore waren eine Lebensversicherung für die Borussia im Abstiegskampf. Selbst konnte der Leihspieler von der TSG Hoffenheim weit über die Bundesliga hinaus auf sich aufmerksam machen und seinen Marktwert entsprechend steigern.
Der wirtschaftliche Aspekt ist einer der Gründe, die aus Klubsicht gegen eine feste Verpflichtung sprechen. Der Kaufpreis würde für die Borussia deutlich zu hoch liegen, zumal Tabakovics sportliche Rolle in der neuen Saison eine andere sein wird. In Gladbach setzt man für die Neunerposition voll auf die Rückkehr eines fitten Tim Kleindienst.
Ein Spiel mit zwei „Leuchttürmen“ im Angriff, also eine Doppelspitze mit Kleindienst und Tabakovic? Schwer umsetzbar. Und eine Backup-Rolle wird auch nicht das sein, was sich Tabakovic nach seinem starken Jahr für die kommende Saison vorstellt. Zumal auch noch die Weltmeisterschaft als große Bühne auf den Nationalspieler von Bosnien und Herzegowina wartet – und schon jetzt das Interesse von Klubs aus dem In- und Ausland (u.a. VfL Wolfsburg, Lille OSC) an Tabakovic groß ist.
