Der FC St. Pauli hat zum siebten Mal in Folge nicht gewonnen, der direkte Klassenerhalt rückt in weite Ferne. Hauke Wahl gab Einblick in seine Gefühlswelt, hat am Samstag aber nicht alles schlecht gesehen.
St. Pauli enttäuscht in Heidenheim
Im Heimspiel gegen den 1. FC Köln kassierte der FC St. Pauli einen ganz späten Ausgleichstreffer. In Heidenheim ging es dann direkt schlecht weiter, denn nach nur drei Minuten lagen die Hamburger in diesem so wichtigen Kellerduell nach einem Standard mit 0:1 in Rückstand.
„Bei jedem Spiel, egal ob am Anfang oder Ende der Saison, ist es scheiße, wenn du früh oder spät ein Tor fängst“, sagte Hauke Wahl nach der Partie bei Sky. „Ich finde, dass wir alles reingeworfen haben. Wir haben nicht perfekt gespielt, aber wir haben auch nicht alles schlecht gemacht. Klar laufen wir dem frühen Rückstand hinterher, trotzdem haben wir uns etwas erspielt.“
Nach dem Seitenwechsel hatten die Kiez-Kicker ihre beste Phase des Nachmittags, konnten sich aber nicht belohnen. „Wir kommen gut aus der Halbzeit, haben Druck ausgeübt, dann irgendwann war ein kleiner Break drin – warum, kann ich kurz nach dem Spiel nicht sagen“, war auch Wahl etwas ratlos. Und Joker Lars Ritzka fügte an: „Ich hatte das Gefühl, wir hatten alle eine Idee, aber es hat nicht zusammen harmoniert. Dass wir zu passiv waren, würde ich nicht sagen. Aber man hat gespürt, dass es hier eklig zu spielen ist. Das ist auch eine Qualität.“
Coach Alexander Blessin war indes mit dem Auftritt seiner Mannschaft in einem so wichtigen Spiel nicht zufrieden. „Wir haben nie so richtig ins Spiel gefunden, hatten wenig Struktur drin. Wir haben uns auch nicht so dagegen gewehrt, wie es sich normalerweise auch gehört“, so der Coach bei DAZN. „Ich sehe wenig Momente, in denen wir nochmal aggressiv geworden sind. Ich will hier jetzt auch nichts schönreden, in Summe ist es zu wenig, um hier etwas zu holen. Deswegen stehen wir da, wo wir stehen.“
„Minimalziel Relegation“ noch in der eigenen Hand
Kurz vor Schluss traf Eren Dinkci nach einem Konter zum 2:0 und machte den Heimsieg für die Heidenheimer perfekt. Die Hamburger konnten somit zum siebten Mal in Folge nicht gewinnen und haben nun drei Spieltage vor Saisonende fünf Punkte Rückstand auf Platz 15. Immerhin blieb die Elf von Blessin 16., da Wolfsburg 0:0 gegen Gladbach spielte.
„Wir sind alle Profis genug, wir wissen genau, worum es geht. Das hat nichts mit dem Kopf zu tun. Wir wissen seit Spieltag 1, worum es geht. Heute hat es mit der Leistung nicht gereicht“, so Wahl, der mit dem Mute der Verzweiflung anfügte: „Es ist noch alles machbar, natürlich werden die Spiele jetzt weniger. Aber wir haben es immer noch in der eigenen Hand, das Minimalziel Relegation zu erreichen.“
St. Pauli spielt nächste Woche gegen Mainz, ehe das schwere Gastspiel in Leipzig ansteht. Am letzten Spieltag könnte es dann zum entscheidenden Duell gegen den aktuell 17. Wolfsburg kommen.
