Unions Sportchef Horst Heldt erklärte am Montag die Entlassung von Steffen Baumgart und die Möglichkeit, dass Marie-Louise Eta sogar eine Dauerlösung sein könnte. Gespräche mit externen Kandidaten laufen aber ebenso.
„Wir haben alle verloren“
Am Wochenende hat sich Union Berlin zu später Stunde aufgrund der anhaltenden Misere in der Rückrunde (lediglich neun Punkte) von Trainer Steffen Baumgart getrennt. Bis zum Saisonende wird interimsweise Marie-Louise Eta übernehmen und versuchen, das Ruder wieder herumzureißen. Sie wird ihren Co-Trainer Andreas Kerwin mitnehmen. Zudem bleiben Co- und Standardtrainer Sebastian Bönig, Torwarttrainer Michael Gspurning sowie Athletiktrainer Martin Krüger weiterhin mit im Team. Das hat der 1. FC Union Berlin in einer Medienrunde mitgeteilt.
Heldt erklärt den Baumgart-Rauswurf
Ausschlaggebend für den Rauswurf Baumgarts sei laut Sportchef Horst Heldt in erster Linie der Auftritt in Heidenheim (1:3) gewesen, den er als „kraft- und ideenlos“ beschrieb. „Insgesamt war die Rückrunde aber auch alles andere als zufriedenstellend. Obwohl wir genügend Abstand nach unten haben, war die Entwicklung das Entscheidende.“ Heldt selbst hatte die Entscheidung Baumgart am Samstagabend noch mitgeteilt und erklärt: „Es war für ihn natürlich nicht leicht. Er hat mit der Mannschaft eine ordentliche Hinrunde gespielt, den Klub in einer schwierigen Phase übernommen und insgesamt viel geleistet im Verein.“
Die Vertragsverlängerung, die im Januar mit dem Ex-Chefcoach vollzogen wurde, erklärte der Sportchef dagegen wie folgt: „So Abläufe sind wichtig. Der Trainer braucht eine starke Position im Umgang mit den Spielern. Es ist nie von Vorteil, wenn der Trainer in eine Rückrunde geht und der Vertrag des Trainers zum Saisonende ausläuft. So kann es vorkommen, dass die Position schnell in Frage gestellt wird.“
„Davon überzeugt, dass das im Stadion eine neue Energie freisetzen wird“
Doch nun beginnt eine neue Ära – eben mit Eta an der Seitenlinie. „Sie hat mit vielen Spielern schon zusammengearbeitet. Sie kennt die Atmosphäre, das Stadion und die Menschen. Sie hat bewiesen, dass sie eine Trainerin mit Führungsqualitäten sein kann“, sagte Heldt, der sich sicher ist, dass man eine neue Energie durch einen Trainerwechsel erzielen kann. „Ich bin auch fest davon überzeugt, dass das im Stadion eine neue Energie freisetzen wird.“
Zunächst wird die 34-Jährige die fünf verbleibenden Saisonspiele bestreiten. Ob sie auch eine Dauerlösung sein kann, wollte Heldt zumindest nicht ausschließen. „Wir haben grundsätzlich einen Plan. Aber der Fokus liegt erstmal voll auf Wolfsburg. Dennoch gilt es, sich auf alles vorzubereiten. Auch mit externen Kandidaten“, betonte der 56-Jährige, der sich ebenso mit in die Verantwortung zieht ob der desolaten Rückserie. „Der Trainer ist nicht alleine für die Entwicklung verantwortlich. Das fängt bei mir an und hört bei den Spielern auf. Wie der Präsident es schon gesagt hat: Wir haben alle verloren.“
