Seit zwölf Spielen ist der VfL Wolfsburg mittlerweile sieglos, ist mit gerade mal neun Punkten die mit Abstand schlechteste Heimmannschaft der Liga. Der Abstieg rückt näher – und bei den Wölfen scheint sich ein wenig Ratlosigkeit breitzumachen.
Wolfsburg stellt zwei negative Klubrekorde ein
„Es fällt mir ein bisschen schwer“, zeigte sich Sportdirektor Pirmin Schwegler nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt am Sky-Mikro ein wenig sprachlos und meinte, dass man „viele Chancen“ gehabt habe, diese „aber nicht so zwingend“ gewesen seien. Hinzu kam, dass sich wieder einmal ein Problem gezeigt hat, das die Niedersachsen in dieser Saison durchweg begleitet: die Gegentorflut. Das 0:1 von Oscar Höjlund bedeutete, dass der VfL zum 21. Mal in Folge mindestens ein Gegentor schlucken musste.
„Oscar trifft den nicht so oft“, lobte Schwegler den tollen Schuss des Dänen, merkte aber auch an, dass diese „definitiv zu viel Platz“ hat und monierte mit Blick auf das 0:2 von Arnaud Kalimuendo nach Freistoßvariante: „Beim zweiten Tor pennen wir. Das ist dann einfach zu plump, zu einfach und kommt zu oft vor. Wir schenken die Tore zu einfach her. Insgesamt sind es viel zu viele Gegentore.“
Wimmer vermisst Spielglück
Der VfL erlebe von „Woche zu Woche viele Rückschläge“, stellte Schwegler fest und beschrieb die Riesenchance von Patrick Wimmer in der zwölften Minute, als dieser ausrutschte und deshalb das 1:0 verpasste, als „sinnbildlich“ für die gesamte Saison. „Natürlich macht das was mit der Mannschaft, wenn man sieht, dass wir da wegrutschen, wenn man den Ball nur noch ins leere Tor schieben muss“, wusste auch Trainer Dieter Hecking um die Bedeutung dieser Szene, „denn es wäre wahrscheinlich der Moment gewesen, an dem wir uns hätten hochziehen können. Das ist natürlich bitter für alle.“
Auch Wimmer sprach in diesem Kontext von fehlendem Spielglück und verwies zugleich auf weitere drei, vier Aktionen, in denen „ein kleines Stückchen gefehlt“ habe. An Chancen mangelte es jedenfalls nicht, die gab es auch wegen der klaren Leistungssteigerung nach Wiederanpfiff reichlich. 22:10 Torschüsse standen nach Abpfiff zu Buche – und zugleich die Erkenntnis, dass man „verloren hat und gar nicht weiß, wie oder warum“, wie Wimmer meinte. „Die Chancen waren da, dass man was mitnimmt, aber wir haben es nicht gemacht.“
Der VfL ist seit zwölf Spielen sieglos und hat bereits 18 Saisonniederlagen – damit haben die Wölfe gleich zwei negative Klubrekorde eingestellt. Nächste Woche Samstag (15.30 Uhr) geht es bei Union Berlin weiter und da gebe es Schwegler zufolge „keine andere Option, als wieder aufzustehen und um die Punkte zu kämpfen. Auch wenn es wehtut, wir werden weiter fighten. Es fällt allen schwer, aber sich einzugraben, hilft definitiv nicht.“
