El Malas intimer Einblick: „Ohne meinen Bruder hätte ich aufgehört“

Beim 1. FC Köln spielt sich Said El Mala sogar in den Dunstkreis der A-Nationalmannschaft, doch dieser Werdegang war nicht immer absehbar. Nun verriet der 19-Jährige, wie sehr es an ihm nagte, einst aussortiert worden zu sein.

Einst in Gladbach aussortiert

Als René Wagner seine erste Pressekonferenz als neuer Cheftrainer des 1. FC Köln abhielt, blieb vor allem eine Botschaft hängen. „Ich glaube, dass wir uns aktuell keinen Gefallen tun, Said El Mala nicht in der Startelf zu haben“, sagte der 37-Jährige. Stammplatzgarantien für andere Profis gab es nicht, was verdeutlicht: Am 19-Jährigen kommt am Geißbockheim niemand herum.

El Mala ist der Senkrechtstartet schlechthin in dieser Saison, von der 3. Liga bei Viktoria Köln schaffte es der Rechtsfüßer auf Anhieb in die Bundesliga und sogar zur A-Nationalmannschaft. Mit zehn Toren und vier Vorlagen ist El Mala der Top-Scorer des FC. Eine Entwicklung allerdings, die so noch vor einigen Jahren nicht ansatzweise vorherzusehen war.

Ein fataler Fehler des Gladbacher Nachwuchsabteilung

Denn ausgebildet wurde der schnelle Dribbler bis 2021 im Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach. Doch mitten in der Corona-Pandemie war plötzlich Schluss für ihn im Fohlenstall, dem Nachwuchsleistungszentrum der Elf vom Niederrhein. „Ich war einerseits oft verletzt und ich war körperlich noch nicht so weit. Ich war kleiner, auch noch etwas moppeliger“, schildert El Mala die damalige Situation in einem Interview mit dem Kölner Klubmagazin Geißbockecho. Rückendeckung erhielt er damals offenbar auch nicht von seinem Coach: „Und natürlich spielen auch immer die Trainer eine Rolle, sie entscheiden letztendlich, ob sie dir den nächsten Schritt zutrauen oder eben nicht.“

Die Gladbacher schickten El Mala und seinen Bruder Malek, der heute ebenfalls beim FC kickt, also weg. Ein fataler Fehler aus heutiger Sicht. Doch der Umweg über den lokalen Amateurklub TSV Meerbusch trug entscheidend zur Entwicklung der Brüder bei. „Ich würde sogar sagen, dass ich damals noch nicht der Prototyp Straßenfußballer war. Das kam erst danach durch das Kicken mit den Freunden“, glaubt Said El Mala heute und betont: „Freude haben, 90 Minuten den Kopf ausschalten und einfach spielen. So war das damals mit Freunden – und das versuche ich mir bis heute zu bewahren.“

Eine Herangehensweise, die ihn interessant macht für die großen Klubs der Branche. Ein millionenschwerer Wechsel im Sommer zeichnet sich ab, womöglich nach England, wo finanzstarke Vereine hohe Ablösesummen stemmen können. Eine Entwicklung, die so nicht stattgefunden hätte, wenn El Mala einst den Fußball nicht weiter verfolgt hätte. „Es hat mir vermittelt, niemals aufzugeben. Das zeigt auch anderen Spielern, die nicht übernommen werden, dass sie niemals aufgeben dürfen, weil es nie zu spät ist“, sagt der Umworbene und macht anderen Talenten, die es in den NLZ nicht schaffen, Mut: „Das Leben oder der Traum ist nicht vorbei, wenn man aussortiert wird. Mich freut es, dass Malek und ich, was unseren Weg angeht, für andere junge Spieler ein Vorbild sein können.“

Wieso müssen nur immer alle auf El Mala schauen?

Seinem zwei Jahre älteren Bruder kommt dabei eine besondere Rolle zu, denn ohne ihn hätte auch der jüngere Said nach der Enttäuschung im Gladbacher NLZ wohl nicht weiter gekickt. „Ohne meinen Bruder hätte ich damals mit dem Fußballspielen aufgehört“, sagt er heute. Doch aus Meerbusch schafften es die gebürtigen Krefelder erst zu Viktoria und schließlich auf die Bundesliga-Bühne zum FC, wo Malek bislang bei der U 21 aktiv ist und Said bei den Profis kickt.

  • Kölns Nachwuchs-Chef Halfmann: „Es gibt Wechsel, die absolut fragwürdig sind“ (k+)

Dass dort nicht immer alles gradlinig verläuft, ist El Mala bewusst. „Es gab zuletzt auch eine Phase, wo ich ein bisschen ins Stocken geraten bin, das gehört zur Entwicklung dazu“, gibt der 19-Jährige zu und verrät, was er mit Mitspielern, Familie und Trainerteam analysierte: „Wir haben darüber gesprochen, dass ich nicht auf Zwang immer ein Tor machen muss, sondern dass ich mir das erarbeiten kann.“

Doch das ist gar nicht leicht, in Köln ruhen längst alle Erwartungen auf Said El Mala. „Das war eine Phase, in der ich gedacht habe: Warum kann ich nicht mal der Spieler sein, der nicht so gefragt und im Fokus ist, auf den sich die Gegner nicht besonders einstellen?“, verrät er, sagt aber: „Aus dieser Phase kämpft man sich auch wieder raus.“

Der Beweis folgte mit zuletzt zwei Toren in drei Spielen. Treffer, die dem FC wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einbrachten. Und Treffer, die ohne den Rat seines älteren Bruders wohl nicht gefallen wären.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neue Wettanbieter

JAHRESUMSATZ: 10.000.000€
BESITZER: GBL Solutions N.V.
LIZENZ: Curacao

JAHRESUMSATZ: 20.000.000€
BESITZER: Sprut Group B.V.
LIZENZ: Curacao

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Liernin Enterprises LTD
LIZENZ: Komoren (Anjouan)

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Liernin Enterprises LTD
LIZENZ: Komoren (Anjouan)

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Liernin Enterprises LTD
LIZENZ: Komoren (Anjouan)

XON

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
LIZENZ: Curacao

© Copyright 2024