Unzufriedenheit sieht anders aus. Trotz Nullnummer zeigten sich St. Pauli und Eintracht Frankfurt ob des Remis zufrieden – und beide Trainer erklärten jeweils für sich, warum das so war.
Forderung von SGE-Trainer Riera
Nach Abpfiff klang es hüben wie drüben ähnlich. So meinte St. Paulis Hauke Wahl, dass nur wenige Beobachter von den Hamburgern gegen die Eintracht einen Punkt erwartet hätten. In der ersten Hälfte wären sogar derlei drei drin gewesen. „Frankfurt ist eine Mannschaft, die sich auf die Fahne schreibt, Champions League zu spielen, und wir kämpfen in der Liga ums nackte Überleben. Deswegen sind wir mit diesem Punkt auch sehr glücklich.“
Alexander Blessin war ebenfalls der Meinung, dass man sich den Punkt verdient habe, auch weil durch die jüngsten Erfolgserlebnisse nun mehr Selbstvertrauen da sei. „Wir sind gallig, gierig, ein Rädchen greift ins andere“, so der Coach, der vor allem mit der ersten Hälfte zufrieden war: In dieser sei „sehr viel aufgegangen“, blickte der 52-Jährige zurück und meinte mit Blick auf die 72 Prozent Ballbesitz (!) der Hessen, dass dies nicht relevant gewesen wäre. „Wir hatten gute Momente und konnten sie in den Räumen spielen lassen, wo sie nicht gefährlich waren. Von daher war es uns Schnuppe.“
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Riera zwischen Lob und Kritik
Zufrieden gab sich aber auch Frankfurt-Trainer Albert Riera, der viele positive Dinge seiner Elf gesehen hatte. „Bei meinem Antritt habe ich gesagt, dass ich keine Titel, Siege oder Punkte versprechen kann, aber ich kann Leidenschaft versprechen“, sagte der Spanier und stellte fest, dass seine Spieler „alles gegeben haben“.
Besonders gefallen habe ihm, dass man zu null gespielt habe, das sei schließlich auch besonders wichtig, wenn man Spiele gewinnen möchte. „Defensiv haben wir es heute gut gemacht“, lobte der Coach und sprach dann auch über die Dinge, die ihm weniger gut gefallen hatten. „Mit dem Ball müssen wir es viel besser machen“, forderte Riera und sagte auch, wie er sich das so vorstellt: „Ich brauche keine 90 Prozent Passquote, 87 oder 88 reichen mir. Wir müssen mit mehr Risiko und schneller spielen, One-Touch-Fußball.“
Ähnlich klang auch Jonathan Burkardt, der darauf verwies, dass man zu viel „außen rum“ gespielt, es aber nicht geschafft habe, gefährlich in den Sechzehner zu kommen. „Ein paar Tiefenläufe und Flanken haben gefehlt“, sagte der Stürmer und meinte, dass das eben dazu geführt habe, dass man „viel Kontrolle, aber wenig Chancen“ hatte.
Für diese Analyse gab es dann auch Lob vom Trainer, der darauf angesprochen, Burkardts Äußerungen als schlau bezeichnete und nochmal betonte: „Wenn du langsam spielst, dann wird es sehr schwer. Wir müssen unseren Flügelspielern und Stürmern mehr Futter geben.“ Der Iberer aber verwies auch darauf, dass man erst seit vier Wochen zusammen sei. „Wir arbeiten daran, aber wir brauchen noch etwas Zeit.“
