Der 1. FC Köln schnupperte auch beim 1:3 gegen Stuttgart zumindest an einem Remis, blieb aber erneut ohne Punkte. Gegen die Top-Teams der Liga gelingt dem Aufsteiger nichts, Sorgen bereitet das trotzdem nicht.
Neun Pleiten gegen Top-Teams
Am Ende, fand Torhüter Marvin Schwäbe, sei die Niederlage des 1. FC Köln beim VfB Stuttgart „absolut ernüchternd“ gewesen. Mit 1:3 unterlag der Aufsteiger am Samstagabend in Schwaben – und konnte die Niederlagen der Konkurrenz im Tabellenkeller nicht für sich nutzen. „Der Punkt wäre Gold wert gewesen“, ärgerte sich der Kapitän.
Tabellarisch bedeutete die Niederlage keinen schlimmen Absturz, nur eine verpasste Chance, sich weiter Luft zu verschaffen. Viel schwerer wog da das Gefühl, wieder gut gegen einen favorisierten Gegner ausgesehen zu haben – und trotzdem nichts davon zu haben. „Wir stehen wieder nach einem ordentlichen Spiel da und haben keine Punkte. Das nervt uns“, moserte Jan Thielmann.
Nachlässigkeiten werden bestraft
Auch Marius Bülter fand, zumindest ein Punkt wäre „aufgrund der zweiten Hälfte verdient gewesen“, doch nach Ragnar Aches Treffer zum 1:1 bestrafte sich der FC mit zwei Nachlässigkeiten selbst. Einmal ließ Eric Martel im Zentrum Doppeltorschütze Ermedin Demirovic entwischen, dann verlor Routinier Florian Kainz an der Seitenlinie den Ball. Dahin war der mühsam erarbeitete Ausgleich.
Am Ende standen die Geißböcke mit der elften Saisonniederlage da. Neun davon gab es gegen die Top-Mannschaften der Liga. Also die Teams von Tabellenplatz 1 bis 8, die derzeit ums internationale Geschäft kämpfen. Der FC füttert die Favoriten und hat erst zweimal gegen Mannschaften der eigenen Kragenweite verloren: beim 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach und beim 0:1 gegen Union Berlin. Gleichzeitig sah das Team von Trainer Lukas Kwasniok gegen die vermeintlich größeren Klubs oft gut aus und kassierte in der Liga noch keine Niederlage mit mehr als zwei Toren Differenz. Favoriten stolpern ließ Köln allerdings erst zweimal: beim 4:1 gegen Freiburg und dem 1:0 in Hoffenheim.
Als Nächstes kommt Top-Klub Hoffenheim
„Es ist nicht das zweite, sondern das fünfte oder sechste Mal, dass wir nach dem Spiel in der Kabine sitzen und uns eigentlich nicht viel vorwerfen können, aber mit null Punkten dastehen“, ärgerte sich Bülter. Genau wie Thielmann sieht der Angreifer aber keinerlei Grund zur Panik. „Es ist nicht so, dass wir in einem Loch stecken“, fand er. „Wir machen gute Spiele, müssen uns nur endlich mal auch in solchen Partien belohnen.“ Thielmann schlug in dieselbe Kerbe: „Ich bin guter Dinge. Wenn man schlecht spielt und nicht punktet, kann man sich Sorgen machen. Aber wir spielen gut und punkten nicht.“
Das nährt die Hoffnung, dass mittelfristig gute Leistungen und gute Ergebnisse zusammenfallen. Da wäre auch ein Überraschungssieg mal wieder hilfreich. Und mit Hoffenheim kommt als nächstes das Überraschungsteam der Liga nach Köln. Allerdings eines, das die Kwasniok-Elf in der Hinserie bereits besiegte …
