Die Personalprobleme in Borussias Innenverteidigung wurden zur Chance für Fabio Chiarodia. Die Leistung des 20-Jährigen gefiel Eugen Polanski. Wie baut der VfL-Coach seine Abwehr fürs Leverkusen-Spiel?
Plötzlich in der Startelf
Gerade hatte Wintereinkauf Kota Takai bei seiner Startelf-Premiere einen überzeugenden Eindruck hinterlassen, da war er auch schon wieder draußen. Ein Magen-Darm-Infekt bremste den Japaner für das Auswärtsspiel bei Werder Bremen aus und zwang Eugen Polanski nach dem Ausfall von Kevin Diks (Kopfverletzung) zur nächsten Umbaumaßnahme in der Innenverteidigung. Der Trainer hatte laut eigener Aussage „gar keine Zweifel daran, wer die Ausfälle ersetzt. Das ist Fabio Chiarodia“, erklärte Polanski nach dem 1:1 im Weserstadion und zeigte sich hochzufrieden mit dem Auftritt des Youngsters: „Für einen Defensivspieler ist es erst einmal so, dass er hinten seine Aufgaben erledigen muss. Das hat er mit Bravour getan.“
Einen Tag vor dem Spiel hatte Chiarodia erfahren, dass er an seiner alten Wirkungsstätte von Beginn an ran darf. Von 2014 bis Sommer 2023 trug der italienische Junioren-Nationalspieler das Trikot von Werder Bremen, entsprechend groß war bei ihm die Nachfrage nach Tickets für das Wiedersehen. „Für mich war es ein besonderes Spiel. Ich hatte meine Freunde und meine Familie im Stadion. Ich bin in der Nähe aufgewachsen, und es war ein schönes Gefühl, im Weserstadion aufzulaufen“, sagte der Linksfuß.
Das späte Bremer Gegentor zum Ausgleich aber, das wurmte ihn. Chiarodia, zuletzt im September bei der 4:6-Niederlage gegen Frankfurt in der Anfangsformation, meinte zu seinem Startelf-Comeback: „Ich hatte das Gefühl, dass ich am Anfang ein bisschen gebraucht habe, um wieder hineinzukommen. Mit der Zeit wurde ich dann sicherer. Hätten wir am Ende kein Gegentor kassiert, wäre alles noch schöner gewesen.“
Diks zurück, auch Takai hat Leverkusen im Blick
Nach einem Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel, zugezogen Ende Oktober, war der Linksfuß bis Jahresende ausgefallen. Erst Anfang Januar kehrte er ins Mannschaftstraining zurück und gegen den VfB Stuttgart (0:3) in der Woche vor Bremen dann auch auf den Platz. Sportchef Rouven Schröder zeigte sich wie Polanski von Chiarodias Vorstellung angetan: „Fabio hat ein gutes Spiel gemacht und gezeigt, dass er eine Alternative ist.“
Wie Polanski für das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen seine Innenverteidigung baut, muss abgewartet werden. Dreier- oder Viererkette? Auch diese Frage ist noch nicht beantwortet. Die Personalauswahl für die Abwehrreihe – und damit die Konkurrenz für Chiarodia – ist seit Bremen aber wieder deutlich größer geworden. Diks hat nach seiner Zwangspause das Training aufgenommen. Auch Takai sollte für Leverkusen wieder eine Option sein.
