Schuhe putzen oder dem Gärtner helfen: Rieras spezielle Strafmaßnahmen

Mit lebhafter Sprache sorgte Albert Riera am Dienstag für eine unterhaltsame Vorstellungspressekonferenz. Doch der Spanier ist kein Spaßvogel. Er verdeutlichte, dass nun ein anderer Wind weht. Sportvorstand Markus Krösche begrüßte das ausdrücklich.

Krösches tiefblickende Worte über die letzte Zeit

Bevor am Montag die Arbeit auf dem Platz begann, trommelte der neue Eintracht-Trainer Albert Riera Spieler und Staff zusammen, um über korrekte Verhaltensweisen und Disziplin zu sprechen. Zur versammelten Truppe sagte er: „Ich stelle die Regeln auf. Nicht, weil ich ein Diktator wäre, euer Vater oder ein Polizist. Ich bin ein Coach. Und diese Regeln gelten für alle. Wenn sie von jedem akzeptiert werden, müssen wir nicht mehr darüber reden.“

Riera stellt drei Regeln auf

Es gibt nur drei Regeln. Die erste ist denkbar einfach und lautet: Respekt in der Kabine. „Alle im Klub müssen Respekt zeigen, um täglich eine gute Atmosphäre zu schaffen“, betont Riera. Das ist im Grunde eine Selbstverständlichkeit. Mehr Interpretationsspielraum lassen die anderen beiden Vorschriften. „Die zweite Regel ist: Wie du trainierst, so spielst du auch. Die dritte Regel besagt, dass sie sich die magische Frage stellen müssen: Was gebe ich dem Team mit und ohne Ball?“

Schon auf seiner ersten Cheftrainerstation in Ljubljana griff Riera konsequent durch. Klub-Präsident Adam Delius berichtete im kicker-Interview: „Seine Haltung ist: Alle sind ein Team. Wer sich disziplinlos verhält, ist gegen das Team und damit gegen seine Philosophie. Packen, gehen! Das ist korrekt. Deshalb schauen die Spieler auch zu ihm auf. Er sorgt dafür, dass es in der Kabine keine Unruhe gibt, sondern Teamgeist herrscht. Auch in Celje leistete er sensationelle Arbeit. Er ist der beste Motivator, den es gibt.“

Es sei auch zu Rauswürfen von Spielern gekommen. Dann habe Riera gesagt: „Ljubljana ist schön, das Stadion ist groß. Lauf hier herum, aber den Platz wirst du nicht mehr betreten.“ In Frankfurt wird es bei Regelverstößen zunächst mildere Sanktionen geben. Dabei setzt Riera nicht nur auf die sonst üblichen Geldstrafen: „Sie müssen zusätzlich auch einen Job machen. Die Fußballschuhe der Mannschaft putzen, eine Stunde mit dem Analysten arbeiten oder vielleicht auch mal eine Stunde dem Gärtner helfen. Sie sollen fühlen, was all diese Jobs bedeuten.“

„Rette-sich-wer-kann-Mentalität“

Sportvorstand Markus Krösche ist froh, dass die Zügel angezogen werden. Seine Worte lassen tief blicken: „Ein Stück weit tragen wir der Entwicklung der vergangenen Monate Rechnung. Wenn außerhalb des Platzes eine gewisse Struktur fehlt, ist es schwierig, auf dem Platz eine Struktur zu bekommen. Und wenn gewisse Richtlinien und Guidelines etwas zu weit sind, ist es auch menschlich, dass man sich nicht mehr im Kollektiv unterordnet, sondern jeder seinen eigenen Weg geht. Das führte dazu, dass sich in den letzten Wochen und Monaten gerade auch auf dem Platz eine Rette-sich-wer-kann-Mentalität breitmachte. Sowohl mit als auch gegen den Ball haben wir nicht mehr im Kollektiv gearbeitet.“

Man müsse wieder dahinkommen, dass das Kollektiv im Vordergrund stehe und jeder seine Rolle verstehe. „Nur dann hast du die Möglichkeit, erfolgreich zu sein“, bekräftigt Krösche. Dabei schließt er explizit die Mitarbeiter im Staff ein. „Mittlerweile sind wir auch eine große Anzahl an Leuten. Da ist es noch wichtiger, dass jeder weiß genau, was er zu tun hat und was er zu lassen hat; wofür er verantwortlich ist und vor allem: wofür er nicht verantwortlich ist. Ich glaube, das ist extrem wichtig.“

Man kann diese Aussagen als Kritik an Rieras Vorgänger Dino Toppmöller lesen. Allerdings steht die Frage im Raum: Warum ließen Krösche und sein Sportdirektor Timmo Hardung diese Missstände so lange laufen? Vorstandssprecher Axel Hellmann monierte bereits zwischen den Jahren eine „Wohlfühloase“ im Klub. Damit dürfte es unter Riera vorbei sein. Es muss kein Widerspruch sein, die Zügel anzuziehen und trotzdem auf eine positive Atmosphäre zu setzen.

 

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