Am Donnerstag lieh der FC Augsburg Innenverteidiger Arthur Chaves aus Hoffenheim aus, am Freitag erfuhr er von seinem Startelfeinsatz, am Samstag traf er beim Sieg in München zum Ausgleich und verteidigte stark.
FCA-Neuzugang überzeugt
So etwas nennt sich Einstand nach Maß: Als Teil der überraschend guten Augsburger Mannschaft bejubelte der 24-jährige Brasilianer mit deutschen Wurzeln den 2:1-Auswärtssieg beim FC Bayern, brachte er dem Tabellenführer die erste Saisonniederlage in der Bundesliga bei. Dabei traf Arthur Chaves nicht nur zum Ausgleich per Kopf nach einer Ecke, er überzeugte auch in seinem Kerngeschäft, der Abwehrarbeit.
Das belegen unter anderem 75 Prozent gewonnene Zweikämpfe, was gegen die Offensivstars des FC Bayern keine Selbstverständlichkeit ist. „Er verteidigt mit Leidenschaft, bissig, griffig, hat ein sehr gutes Laufvermögen und eine sehr gute Endschnelligkeit“, charakterisierte Sportdirektor Benni Weber den Neu-Augsburger hinterher und erklärte, wie es zum Transfer kam:
„Uns war recht schnell klar, wen wir haben wollten. Dann ist es eine Frage der Umsetzbarkeit. Arthur passt sehr gut zu uns als Typ und mit der Art und Weise, wie er verteidigt. Er sagt über sich, der deutscheste Brasilianer zu sein, den man sich vorstellen kann.“ In jedem Fall verteidigte er ähnlich wie der starke Keven Schlotterbeck oder Siegtorschütze Han-Noah Massengo extrem kompromisslos, schnörkellos und leidenschaftlich.
Dahmen: „Arthur hat Leichtigkeit reingebracht, ist unvorbelastet“
Weil von Donnerstag bis Samstag nur wenig Zeit zur Eingewöhnung blieb, gab es vor allem viele Gespräche. „Der Trainer, der Sportdirektor und die Jungs sprachen viel mit mir, das hat enorm geholfen“, sagte er nach dem Sieg auf Englisch. Vor den Reportern stand ein Spieler, der nach Monaten auf der Hoffenheimer Ersatzbank sein Glück kaum fassen konnte.
„Crazy, crazy, crazy“, sagte er auf Englisch, alles verrückt. „Es ist wie im Traum. Ich finde keine Worte, um meine Gefühle zu beschreiben, bin so glücklich. Aber wir müssen ruhig bleiben. Es war natürlich ein wichtiger Sieg, aber es gibt dafür nur drei, nicht zehn Punkte“, blieb der aufgekratzte Abwehrspieler trotzdem besonnen und blickte schon nach vorne.
Trotz Banks-Rückkehr: Chaves winkt erneut die Startelf
Am Ende der Partie plagten ihn Wadenkrämpfe, als Nächstes müsse er in Augsburg ein Haus finden. Seinen Platz in der ersten Elf dürfte er dabei schon gefunden haben, auch wenn Noahkai Banks nach abgesessener Gelbsperre gegen St. Pauli wieder mitmischen darf. Am ehesten könnte das Talent Cedric Zesiger den Platz streitig machen, der Schweizer wackelte aus dem Innenverteidiger-Trio in München als Einziger, sah beim Gegentor nicht gut aus.
Bei Arthur Chaves kommt eine weitere Komponente ins Spiel: „Er hat Leichtigkeit reingebracht, ist unvorbelastet, hat das Herz am richtigen Fleck und ist sehr kommunikativ“, sagte Torwart Finn Dahmen, der beim 0:1 auf der Linie blieb, allerdings von Min-Jae Kim und Mitspieler Fabian Rieder geblockt wurde, dafür Minuten später gegen Luis Diaz das 0:2 verhinderte. Das blieb im Übrigen auch die einzige Szene, in der Arthur Chaves nicht ganz so gut aussah.
