Die 0:2-Niederlage bei Tottenham Hotspur in der Champions League hat den BVB schwer getroffen. Vor allem aufgrund der Art und Weise, denn von Beginn an fehlte den Spielern von Borussia Dortmund jede Intensität. Vor der Partie bei Union Berlin erinnert Trainer Niko Kovac die Profis daher an ihre Kernaufgabe.
BVB-Trainer nimmt Profis in die Pflicht
Ein wenig ungewöhnlich ist es schon, wenn ein Trainer aus dem Tabellenmittelfeld vor einem direkten Duell den Trainer des Gegners verteidigt – erst recht, wenn dieser in der Tabelle deutlich höher steht. Doch was ist schon gewöhnlich bei Borussia Dortmund und so passte es dann wiederum doch, dass Unions Steffen Baumgart nach der 0:2-Niederlage des BVB sein Gegenüber Niko Kovac in Schutz nahm: „Das find ich schon schwierig, wenn sich ein gegnerischer Kollege für Siege verteidigen muss“, sagte der Fußballlehrer, dessen Amtshilfe sich im Duell am Samstag aber auf diese verbale Verteidigung beschränken dürfte.
„Der Zweikampf ist die Keimzelle des Fußballs“
Kovac wiederum freute sich am Freitag über die Worte vom Vortag und ging dann zur Selbstverteidigung über: „Ich weiß auch, dass wir das eine oder andere zu verbessern haben. Aber die Mannschaft hat sich erheblich gesteigert im Vergleich zur Vorsaison. Da wurde nicht die Spielweise kritisiert, sondern die Ergebnisse. Jetzt haben wir die Ergebnisse, da muss man sich was anderes suchen.“ Wobei die Kritik deutlich leiser ausgefallen wäre, wenn das Ergebnis in Tottenham gestimmt hätte. Doch das tat es beim 0:2 eben nicht – weshalb der Druck im notorisch nervösen Dortmunder Umfeld trotz Platz 2 in der Liga beträchtlich gestiegen ist.
Auf der Liga-Platzierung will sich indes auch Kovac nicht ausruhen, der seine Profis nach dem blutarmen Auftritt in der ersten Hälfte in London in die Pflicht nahm: „Platz 2 nach 18 Spieltagen bedeutet nicht, dass wir irgendwas erreicht haben. Es geht jetzt ins Finish, da musst du da sein“, sagte er und erinnerte daran, worum es im modernen Fußball aus seiner Sicht gehe: „Für mich ist Fußball erst einmal Intensität und Aggressivität. Der Zweikampf ist die Keimzelle des Fußballs. Du musst den Körper bearbeiten. Denn wenn man Qualität mit Körperlichkeit kombiniert, dann setzt sich am Ende immer die bessere Mannschaft durch.“
Union mit Heimsiegen gegen Leipzig und Stuttgart
Auf dem Papier ist das vor dem Duell am Samstag ganz klar der BVB, der bereits 15 Zähler mehr auf dem Konto hat als die Unioner. Allerdings: An der Alten Försterei sind die Berliner nur schwer zu besiegen. Diese Erfahrungen mussten unter anderem Leipzig (3:1 für Union) und Stuttgart (2:1) machen, die ihre Partien beim FCU verloren. Der enteilte Tabellenführer aus München musste sich mit einem 2:2 begnügen.
„Wir wissen ganz genau: Wenn um 18.30 Uhr das Licht angeht, dann wird dort marschiert“, verwies Kovac auf die körperliche Stärke der Berliner, die noch dazu zu den stärksten Teams der Liga zählen, wenn es um ruhende Bälle geht. Genau dort hatte der BVB zuletzt zahlreiche Angriffspunkte geboten. „Das wird von der ersten bis zur letzten Minute ein Kampfspiel“, prognostizierte Kovac daher. „Es geht um den Willen, das Spiel anzunehmen. Die anderen Teams schieben von hinten. Wir müssen mehr machen und nicht weniger, um den Platz mindestens zu halten.“
Sabitzer fällt weiterhin aus
Immerhin: Personell hat sich die Situation nach der Pleite in Tottenham nicht verschlechtert. Einzig Marcel Sabitzer (Wadenprobleme) fällt weiterhin aus, dafür ist der in der Champions League nicht spielberechtigte Salih Özcan wieder eine Option für den Kader.
