Es gibt in dieser Saison dankbarere Aufgaben, als gegen den FC Bayern anzutreten. Der FC Augsburg will trotz zuletzt fünf siegloser Spiele in Serie eine Überraschung schaffen. Ein Neuzugang könnte dabei helfen.
Augsburgs Coach vor Spiel bei Bayern
Rund 4000 Gästefans werden den FC Augsburg auf der kurzen, rund 70 Kilometer langen Reise nach München begleiten und auf eine Überraschung hoffen, so unwahrscheinlich die auch sein mag. „Uns erwartet eine knackige Aufgabe“, weiß Trainer Manuel Baum, wählt in der Vorbereitung auf das Spiel aber die Herangehensweise zu überlegen, „was sie nicht so mögen“. Mit dem Gesicht zum eigenen Tor zu verteidigen, zählte er auf, was einfacher gesagt als umgesetzt sei.
Dennoch gilt: „Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass wir mit der Haltung auf den Platz gehen, sie zu ärgern.“ Baum nannte sich auf der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag einen Optimisten, „es geht nicht darum, sich Gedanken um Schadensbegrenzung zu machen“. Baum erinnerte sich an ein 0:6 in seiner ersten Amtszeit als FCA-Trainer in München, „einmal übel hatte ich dort“, einmal aber auch an ein 1:1.
Ähnlich wie sein Vorgänger Sandro Wagner, der sich nach dem 2:3 in der Hinserie den Mund damit verbrannte, dem gesamten FCA eine ähnliche Qualität wie den Bayern zu bescheinigen, sieht er die Partie jedoch nicht als Bonusspiel, sondern als eine von 34 Gelegenheiten für Punkte. Mut ja, aber kein Übermut, „dann kriegen dich die Bayern ganz schnell“.
Das Taschenmesser-Prinzip
Erschwert wird die Vorbereitung auf das Spiel durch die Ungewissheit, welche Profis sein Gegenüber Vincent Kompany aufstellt, welche er schont. Rotation ist möglich, aber nicht gewiss. „Es würde uns verrückt machen, wenn wir von bestimmten Spielern ausgehen und dann schnell anpassen“, sagte Baum, der sich lieber mit den Grundprinzipien des Gegners beschäftigt, gleichzeitig aber weiß, dass dort jeder Spieler seine Rolle anders interpretiert.
Ein bisschen sei das wie mit dem Schweizer Taschenmesser. Das Prinzip laut Baum: Schauen, was der Gegner macht und anbietet, dann mit Säge, Schere oder einem anderen Utensil dieses Werkzeugs dagegen arbeiten. Ob der Trainer dabei Kristijan Jakic ausklappen kann, ist noch offen. Beim Kroaten zwickt nach wie vor der Wadenmuskel, nachdem er beim Spiel gegen Freiburg zur Halbzeit beim Gang in die Kabine diese Probleme bekam. Immerhin liegt keine strukturelle Verletzung vor.
Chaves ist gleich eine Option
Wenig überraschend käme es, würde Baum sofort auf Arthur Chaves setzen, den der FCA am Donnerstag aus Hoffenheim bis zum Saisonende auslieh, Kaufoption inklusive. „Er kommt fit, hat trainiert und ist sofort eine Option, zu beginnen. Ich bin froh, dass er da ist und wir es über die Bühne gebracht haben.“ In München fehlt Baum neben den verletzten Chrislain Matsima und Jeff Gouweleeuw mit dem gelbgesperrten Noahkai Banks ein dritter Innenverteidiger.
