Eintracht Frankfurt kassierte in Bremen zwei der drei Gegentore aufgrund eines zu frühen Pressings der Außenspieler. Dabei hatte Dino Toppmöller nach dem 1:1 genau auf solche Situationen nochmals explizit hingewiesen.
Außenspieler schieben zu früh drauf
Acht Tore in drei Spielen – anhand der Torausbeute der Frankfurter im Jahr 2026 könnte man meinen, es läuft bei der Eintracht. Doch dafür ist der Ertrag zu gering: Nur zwei Zähler holten die Hessen seit dem Jahreswechsel. Geschuldet ist dies den wiederkehrenden Fehlern in der Defensive, deren Gründe auch bekannt sind: Die SGE verteidigt nicht im Verbund.
Doch die Anweisungen von Dino Toppmöller können die Spieler anscheinend gegenwärtig nicht umsetzen. Aktuelles Beispiel dafür war die klare Analyse der Gegentore von Dino Toppmöller nach dem 3:3 in Bremen: Beim 1:1 und 2:3 – die beiden Gegentore aus dem Spiel heraus, das zwischenzeitlich 2:2 fiel nach einem Freistoß – machten zwei unterschiedliche Spieler identische Fehler, auf die der Coach zuvor hingewiesen hatte.
Zunächst machte Nathaniel Brown den „taktischen Fehler“ nach einer Bremer Seitenverlagerung. Obwohl Rasmus Kristensen noch hoch stand und sein direkter „Hintermann“ Arthur Theate noch nicht am Gegenspieler, ging er drauf und gab somit Werder die Möglichkeit, mit einem einfachen Doppelpass das Pressing auszuhebeln. „Grundsätzlich wollen sich die Spieler an den Plan halten. Wir haben gesagt, dass die beiden Außenverteidiger immer auf die Joker (Schienenspieler, Anm. d. Red.) gehen sollen“, erklärte der Trainer zwar bei Sky, schob anschließend jedoch hinterher: „Allerdings ist es nach einer Spielverlagerung nicht immer ganz so einfach. Nene (Brown, Anm. d. Red.) muss da einen Tick geduldiger sein, weil wir nach einer Spielverlagerung nicht auf die beiden Joker vom Gegner gehen können und so entstehen Schnittstellen.“
„Es ist schwer zu akzeptieren, aber wir müssen es akzeptieren.“ (Dino Toppmöller)
Aufgrund des Gegentors wies Toppmöller seine Außenspieler in der Pause nochmals explizit daraufhin, nicht zu früh „rausgehen zu dürfen“. Doch ungeachtet dessen unterlief Ritsu Doan derselbe Fehler auf der anderen Seite zehn Minuten vor dem Ende. „Ritsu kann nicht nach vorne gehen, wenn er sieht, dass Nnamdi (Collins. Anm. d. Red.) nicht bereit ist“, so Toppmöller. Es sei daher schlicht „sehr schlecht verteidigt“. „Es ist schwer zu akzeptieren, aber wir müssen es akzeptieren und dann in die Analyse gehen“, erläuterte der 45-Jährige.
Ob er auf der Grundlage der Analyse noch weitere Entscheidungen treffen darf, ist derweil fraglich. Sportvorstand Markus Krösche vermied vor der nächsten englischen Woche mit dem Champions-League-Spiel bei Qarabag Agdam und dem Heimspiel in der Bundesliga gegen Hoffenheim ein Bekenntnis zu Toppmöller.
